Berlin - Der Immobilienunternehmer Manfred Schoeps hat seine Frankonia-Gruppe in die Moses-Medelssohn-Stiftung eingebracht. Der 60-jährige Schoeps, eine der Schlüsselfiguren im Berliner Fondsskandal, will sich aus dem aktiven Geschäft zurückziehen und hat das Gesellschaftskapital seiner Frankonia Immobilien-Projektentwicklungs GmbH (Erlangen) und der GBI Gesellschaft für Beteiligungen und Immobilien-Projektentwicklung GmbH & Co. KG (Berlin) von insgesamt 30 Mio. Euro auf die von seinem Bruder Julius H. Schoeps (61) geführte Stiftung übertragen. "Mein erarbeitetes Vermögen soll künftig gemeinnützigen Zwecken dienen", sagte Manfred Schoeps. "Ich ziehe mich vor allem aus Altersgründen aus dem Geschäft zurück und werde nur noch als Berater tätig sein." Die aus den Unternehmen zufließenden Erträge würden ausschließlich gemeinnützigen Zwecken zugeführt, betonte Schoeps.

Die Moses-Mendelssohn-Stiftung soll Bildung, Erziehung und Wissenschaft auf dem Feld jüdischer Geschichte und Kultur fördern. Die Mittel sollen zudem in Kunstförderung, Denkmalpflege sowie Bau und Betrieb von Studentenwohnheimen und Altenpflegeeinrichtungen fließen. Unterstützung sollen auch die "Moses Mendelssohn-Akademie" in Halberstadt und das "Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien" in Potsdam bekommen. Stiftungsvorstand Julius H. Schoeps ist Direktor des gleichnamigen Zentrums und Professor an der Universität Potsdam.

Manfred Schoeps war langjähriger Chef der zur Bankgesellschaft Berlin gehörenden Immobilien- und Baumanagement GmbH (IBG), die das ausgedehnte Immobiliengeschäft des Konzerns betrieb. Neben riskanten Großkredit- und Börsengeschäften war die Bankgesellschaft auch durch die von der Konzernführung unter Wolfgang Rupf forcierte Auflage von rundum abgesicherten Immobilienfonds in eine Schieflage geraten. Das Land musste für die Immobiliengeschäfte auf Druck der Finanzaufsicht Garantien in Höhe von über 21 Mrd. Euro abgeben, wovon aber nur etwa drei Mrd. Euro in Anspruch genommen werden.

Der Unternehmer Manfred Schoeps, der mit seinem Immobilien-Unternehmen Bavaria 1985 zur Landesbank Berlin kam, war Anfang 2001 aus der IBG ausgeschieden. Mit der Rückzahlung einer stillen Einlage konnte sich Schoeps wieder eigenen Geschäften widmen. Die auf Handelsprojekte spezialisierte Frankonia und die Hotelentwicklerin GBI kommen nach Angaben von Schoeps auf ein jährliches Bauvolumen von zusammen 30 Mio. Euro. Zu den letzten Projekten gehörten das Mövenpick Hotel am Anhalter Bahnhof, Hotels in Frankfurt/Main und Oberhausen und ein Kinocenter in Saarbrücken. Aktuelle Vorhaben sind das Hotel "An der Urania" und das Hotel Rantum auf Sylt.