Finanzspritze rettet die Berliner Aap Implantate vor dem Aus

Berlin - Die Berliner Medizintechnikfirma Aap Implantate ist gerettet. Eine Gruppe deutscher und Schweizer Finanzinvestoren sowie die Hausbanken haben dem Sanierungskonzept zugestimmt und stellen neues Kapital bereit. Die Investoren stellen acht Mio. Euro Bargeld zur Verfügung. Zehn Mio. Euro sollen über neue Aktien zu einem Kurs von einem Euro je Aktie hereinkommen. Darüber soll eine Hauptversammlung im Juni befinden.

Zudem wird durch die Investoren ein Überbrückungskredit von 800 000 Euro bereitgestellt. Auf der anderen Seite verpflichtet sich Aap, nach erfolgreich durchgeführter Barkapitalerhöhung die bisherigen Verbindlichkeiten von knapp elf Mio. Euro von den Banken zu einem reduzierten Wert von rund fünf Mio. Euro zurückzukaufen.

Zudem kommt es zu personellen Veränderungen in der Unternehmensführung. Als neuer Finanzvorstand wurde Oliver Bielenstein, bisher Partner bei Ernst & Young in der Schweiz, berufen. Aap-Gründer Uwe Ahrens bleibt an der Spitze der Unternehmensführung. Bruke Seyoum Alemu wird im Vorstand die Leitung des Bereiches Vertrieb und Marketing übernehmen.

Im Zuge der Investoren-Gespräche hatte der Vorstand ein

Sanierungskonzept entwickelt, das strategische Anpassungen vorsieht und Voraussetzung für die Finanzspritzen war. Die Anpassungen führten zu einem zusätzlichen Wertberichtigungsbedarf in der Bilanz. Der Jahresfehlbetrag für 2003 wird nun mit minus 15,4 Mio. Euro angegeben. Zum Jahreswechsel hatte Aap Implantate ein Eigenkapital von 6,3 Mio. Euro und eine Eigenkapitalquote von rund 23 Prozent. Nach der Kapitalerhöhung wird das Eigenkapital auf mehr als 14 Mio. Euro steigen. Das Unternehmen, das 100 Mitarbeiter beschäftigt, hatte 2003 nach vorläufigen Zahlen mit elf Mio. Euro 18 Prozent weniger umgesetzt als 2002.

n.s.