Glashütte - Im Konflikt zwischen den Glashütter Edel-Uhrenherstellern Mühle und Nomos zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die sächsische Mühle-Glashütte hatte Anfang Juli Insolvenz angemeldet, nachdem ein Gerichtsurteil die Firma zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von 63 Mio. Euro an Nomos verpflichtet hatte.

Bei dem Streit ging es im Kern darum, wer seine Produkte mit dem renommierten Herkunftsnamen "Glashütte" schmücken darf. Das ist der Fall, wenn mindestens 50 Prozent der Wertschöpfungsarbeiten in Glashütte entstanden sind. Mühle-Glashütte bleibt nach eigenen Angaben teilweise unter diesem Wert, weil hochwertige Rohwerke in der Schweiz eingekauft wurden.

Nomos hat inzwischen Einlenken signalisiert und will sich mit 200 000 Euro zufrieden geben. Dann könnte Mühle die Insolvenz zurückziehen. Die Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, dass zwei unabhängige Gutachter beauftragt werden, sagte Nomos-Chef Roland Schwerdtner, der "Wirtschaftswoche". Die sollen feststellen, wie viel Wertschöpfung Mühle tatsächlich in Glashütte erbringt.

Bestätigen die Prüfer die Kritik, muss Mühle den Wertschöpfungsanteil laut erhöhen oder auf das Signet "Glashütte" verzichten. Mühle-Glashütte stellt mit 38 Mitarbeitern Armbanduhren, nautische Instrumente und Schiffsuhrenanlagen her.

dpa