Berliner Macon-Bau ist pleite

gae Berlin - Die Pleitewelle in der Berliner Wirtschaft hat ein weiteres Opfer: die Macon Bau. Der Insolvenzantrag des Unternehmens sei am Montag eingegangen, bestätigte das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg der Morgenpost. Gegenwärtig werde der Fall geprüft, über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sei noch nicht entschieden.

Die in den Wallhöfen in Berlin-Mitte ansässige Unternehmensgruppe mit rund 300 Mitarbeitern saniert unter anderem Plattenbauten. 1996 übernahm die viel in den neuen Bundesländern und Osteuropa aktive Macon Bau die Berliner Bestahl-Stahlbau GmbH, damals eines der letzten zu privatisierenden Unternehmen aus den Beständen der Treuhandanstalt. Die Bestahl (73 Mitarbeiter) machte zu Jahresbeginn von sich reden, als sie mit der vor dem Aus stehenden Thyssen-Krupp-Tochter Krupp Stahlbau Berlin zur Berliner Stahlbau Union verschmelzen wollte. Das Projekt scheiterte.

Inwieweit Bestahl von der Macon-Pleite betroffen ist, ist noch unklar. Am Montag wurden die Mitarbeiter über die Insolvenz der Muttergesellschaft informiert, am Donnerstag gab es eine weitere Betriebsversammlung bei Bestahl. Weder bei der Stahlbau-Tochter noch in der Macon-Zentrale war am Donnerstag eine Stellungnahme zu erhalten. Der Internet-Auftritt von Macon ist offenkundig zum Teil seit mehreren Jahren nicht aktualisiert worden.

Nach Informationen der Morgenpost waren Löhne und Gehälter der Mitarbeiter in den vergangenen Monaten unregelmäßig gezahlt worden. Die noch vorhandenen Aufträge im Aufzugsbau reichten demnach bei weitem nicht aus, um die Kapazitäten auszulasten. Das Land Berlin bürgt mit einem einstelligen Millionen-Betrag für das Unternehmen. Man hoffe, dass es möglich sei, eine Auffanggesellschaft zu gründen, sagte der Sprecher des Berliner Wirtschaftssenats, Christoph Lang.