Frankfurt/Main - Die Finanzkrise ist mit Wucht an die deutschen Aktienmärkte zurückgekommen. Nachdem der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate überraschend Wertberichtigungen von 390 Mio. Euro auf sein US-Wertpapierportfolio zugeben musste, brach der Kurs der im Deutschen Aktienindex Dax notierten Aktie binnen Minuten um mehr als 35 Prozent ein - der größte Tagesverlust eines Dax-Wertes überhaupt.

Das Münchener Unternehmen begründete die Neubewertung - von der sich 295 Mio. Euro direkt auf das Ergebnis niederschlagen - mit der anhaltenden Schwäche der Finanzmärkte sowie schlechteren Bonitätsnoten durch die Rating-Agenturen. Weitere Abschreibungen seien nicht auszuschließen. Durch den Kurseinbruch verringerte sich der Unternehmenswert binnen weniger Stunden von 6,7 auf 4,2 Mrd. Euro.

Monatelang hatte der Konzern betont, nicht von der Krise betroffen zu sein. Funke sagte, die dramatische Verschlechterung der Finanzmärkte sei nicht vorhersehbar gewesen. Mit der Neubewertung des Portfolios gehe die Bank nun aber unbelastet ins Jahr 2008. Die Abschirmung sei komfortabel, der Vorstand könne "ruhig schlafen", hieß es.

Im dritten Quartal hatte Hypo Real Estate nur vier Mio. Euro auf Wertpapiere abgeschrieben. Finanzvorstand Markus Fell hatte damals gesagt, er sehe das Thema um die US-Hypothekenkrise und den Wertverfall bei komplexen Wertpapieren auch in Zukunft "extrem gelassen". Zahlreiche Banken rund um den Globus haben in dem Zusammenhang bereits Verluste in Milliardenhöhe verkraften müssen.

Nach vorläufigen Zahlen kam die Hypo Real Estate im vergangenen Jahr auf einen Gewinn vor Steuern von 890 Mio. Euro. 2006 waren es rechnerisch 1,2 Mrd. Euro.

sei/rtr