Die Bauten gehörenzu einer der bekanntesten Siedlungen des Neuen Bauens. Und dennoch ist der Spaziergang durch die Onkel-Tom-Siedlung in Zehlendorf nicht nur etwas für Architekturfans. Wer es gern grün mag, kommt ebenfalls auf seine Kosten, denn der Weg führt unter alten Kiefern, die bei der Planung der Siedlung in den 20er-Jahren miteinbezogen wurden, vorbei an liebevoll bepflanzten Vorgärten bis in den Fischtalpark.
Wir starten an der U-Bahn-Station Oskar-Helene-Heim und laufen zunächst an der Argentinischen Allee entlang, bis wir Am Waldfriedhof rechts und gleich wieder links in die Stewardstraße abbiegen. Vorbei an einigen Neubauten erreichen wir den Hochsitzweg mit Bruno Tauts bunten Reihenhäusern . Der Architekt steht hinter dem größten Teil der Siedlung. Neben den zwischen 1927 und 1930 entstandenen Einfamilienhäusern nördlich der Argentinischen Allee wurden zwischen 1926 und 1932 alle Mehrfamilienhäuser nach seinen Entwürfen gebaut. Die Farben der Häuser wählte er nicht willkürlich: Das Rot der Westseite und die grünen Ostseiten greifen den Stand der Sonne auf.
Durch den Hochsitzweg oder eine der Seitenstraßen und die Straße Am Hegewinkel führt der Weg zur Riemeisterstraße, auf der wir nach links und zurück zur Argentinischen Allee laufen.
Nach einem Blick auf den „Peitschenknall“, Bruno Tauts 400 Meter langes Mehrfamilienhaus zwischen Argentinischer Allee und U-Bahn, geht unser Spaziergang auf der Riemeisterstraße weiter. Wir kommen zunächst an weiteren Bauten Bruno Tauts vorbei, bevor wir in der Seitenstraße Im Gestell und auf der Riemeisterstraße bis zur Straße Am Fischtal die 1926 und 1927 gebauten Häuser der Architekten Hugo Häring mit ihren Klinkenbalkonen und die Bauten Otto Rudolf Salvisbergs sehen.
Kurz nach der Kreuzung Riemeisterstraße/Am Fischtal erreichen wir den Fischtalpark . Den Rodelhang fahren im Sommer Kinder mit dem Fahrrad hinunter, bei schönem Wetter werden die Rasenflächen als Liegewiese genutzt. Der Teich rundet den idyllischen Eindruck ab.
Nach unserem Rundgang verlassen wir den Park am nörlichen Ende und biegen in die Wilskistraße ein. Zwischen den Mehrfamilienhäusern mit ihren leuchtend gelben Hautüren kommen wir zurück zur Riemeisterstraße und zum U-Bahnhof Onkel Toms Hütte: Der von Alfred Grenander entworfene Bahnhof mit den von Salvisberg geplanten Ladenpassagen gilt als Mittelpunkt der Siedlung – und ist zugleich der Schlusspunkt des Spaziergangs.
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