Kunst

Ausstellung: Das Tagebuch der Newtons

Zehn Jahre nach Öffnung der Newton-Sammlung zeigt das Museum für Fotografie die ersten beiden Ausstellungen des berühmten Fotografen noch einmal.

„Um Kontinuität zu zeigen“, sagt seine Witwe June Newton. So gibt es ein Wiedersehen in der Doppelschau „Us and Them“ und „Sex and Landscapes“. Die Motive kennt man, ja, doch auch Jahre später lohnt sich ein neuer Blick darauf.

Erstaunlich wie zeitlos und modern sie immer noch sind, auch wenn Newtons schwarze Luder heute freilich keine Tabus mehr brechen. „Us and Them“ ist ein recht intimes Fototagebuch des Ehepaars, das sich gegenseitig fotografierte. Die Kamera war wie der Joker in dieser wohl symbiotischen Ehe. June arbeitete unter dem Pseudonym Alice Springs. „Es gibt keine anderen Götter neben mir“, drohte ihr Mann.

Die beiden müssen jede Menge Spaß gehabt haben, auf jeden Fall den gleichen Humor und eine unbändige Lust an der (erotischen) Inszenierung. Helmut als Loverboy mit Goldkettchen, June, nackt, auf dem Zebrafell, mit Schlafmaske mitten im Hotelzimmer auf dem Boden liegend. Helmut in Hotpants und schwarzen High Heels als Sonnen-Lady. Der Mann hat verdammt tolle Beine! Die Serie endet mit Newton auf dem Totenbett 2004 in L.A.,. June weiß, was kommt, und will es festhalten.

Helmut Newton Stiftung, Jebensstr. 2, Di-Fr 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr. Bis 16. 11.