Kleine Entdeckungen

Der Sternenwächter vom Friedrichshain

Er hat den Blick gen Himmel gerichtet. Die Terrakottaskulptur sitzt auf dem kleinen Friedrichshainer Caroline-Herschel-Platz, wo Wühlisch- und Boxhagener Straße aufeinandertreffen.

Autos, Radfahrer, Touristen strömen vorbei. Doch der Sternenwächter blickt stur nach oben, auf dass es dunkel werde. Dann kann er endlich die Sterne am Himmel beobachten - so wie Caroline Herschel. Die Astronomin hat im 19. Jahrhundert acht Kometen und 14 Sternennebel entdeckt. Sie wartete auch immer nur darauf, dass es Nacht wurde. Auf einem kleinen Schild am nach ihr benannten Platz steht, dass sie den ersten Sternenkatalog der Neuzeit verfasst hat. Dafür wurde sie in die Royal Society aufgenommen. Alexander von Humboldt hat ihr höchstpersönlich 1886 eine goldene Medaille der Preußischen Akademie für Wissenschaften überreicht.

Die 1750 geborene Hannoveranerin widersetzte sich dem Wunsch ihrer Mutter, im Haushalt zu arbeiten, und zog zu ihrem Bruder Wilhelm nach England. Von ihm, dem Entdecker des Uranus, ließ sie sich in Astronomie unterrichten. Sie verfasste zahlreiche Schriften und war die erste Frau, die für wissenschaftliche Arbeit Lohn bekommen hat. Ein Vorbild für Karrierefrauen.