Ausflugs-Tipp

Vom U-Bahnhof Kochstraße aus durchs Zeitungsviertel

Der Rundgang durchs historische Zeitungsviertel beginnt am U-Bahnhof Kochstraße in Kreuzberg. Im Kaiserreich siedelten sich hier die Pressezaren Leopold Ullstein, Rudolf Mosse und August Scherl an und ließen Blätter für ein Millionenpublikum drucken.

Der östliche Teil der Kochstraße heißt seit 2008 Rudi-Dutschke-Straße. Unter der Hausnummer 23 steht das Redaktionsgebäude der Tageszeitung ("taz"). An der Ecke Charlottenstraße - heute steht hier das Haus der Wohnungsbaugesellschaft GSW - war einst der Ullsteinverlag zu finden. Hinter dem Hochhaus passieren wir einen Durchgang. Gegenüber an der Markgrafenstraße steht das Haus der Presse, Sitz des Bundesverbands der Zeitungsverleger. Nördlich davon, an der Markgrafenstraße, liegt die Axel-Springer-Passage mit Bistro, Bar und Restaurant. In der Passage sowie dem Hochhauskomplex befinden sich heute die Redaktionen von Die Welt, Berliner Morgenpost, Bild sowie der Deutschen Presse Agentur (dpa).

An der Ecke Rudi Dutschke-/Axel-Springer-Straße erinnern drei Büsten des französischen Bildhauers Serge Mangin von Helmut Kohl, George Bush und Michail Gorbatschow an die Väter der Deutschen Einheit. Eine Ecke weiter an der Axel-Springer-/Zimmerstraße, dem ehemaligen Mauerverlauf, erinnern die Plastik "Balanceakt" von Stephan Balkenhol sowie Mauersegmente an die deutsche Teilung (1). Auf dem Gelände des Unternehmenssitzes der Axel Springer AG mit dem bronzefarbenen Hochhaus (1966 fertiggestellt), dem 1994 bezogenen Erweiterungsbau und der 2004 eröffneten Axel-Springer-Passage mit Ullsteinhalle befand sich einst der Scherl-Verlag, später der Hugenberg-Konzern. Gegenüber an der Jerusalemstraße liegt das Mosse-Zentrum mit der in den 90er-Jahren nachempfundenen Fassade aus den 20er-Jahren. Es ist heute der Sitz des Unternehmens Total.

An der Schützenstraße 18 befindet sich das Druckhaus Mitte. Zurück in der Zimmerstraße 79-80 nahe dem Checkpoint Charly erreichen wir das Alfandary-Haus (2). Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Haus Sitz des Union Verlages und der Zeitung "Neue Zeit" der Ost-CDU. An der Zimmerstraße 86-91 befand sich die Markthalle III: Hier saßen Redaktion und Druckerei des NS-Organs "Völkischen Beobachter". Zu DDR-Zeiten wurde auf denselben Maschinen das SED-Parteiorgan "Neues Deutschland" gedruckt (3). Wenige Meter davon entfernt, an der Wilhelmstraße, erinnert auf dem Gelände der Ausstellung Topografie des Terrors (4) eine Stele an zur Zeit des Nationalsozialismus im Hauptquartier der Gestapo inhaftierte Journalisten. Über die Kochstraße erreicht man wieder den U-Bahnhof.