Kleine Entdeckungen

Der Blaue Stern von Pankow

Das Kino Blauer Stern in Pankow ist eine Institution und eines der letzten alten Lichtspielhäuser Berlins. An der eher etwas unattraktiven Hermann-Hesse-Straße gelegen, weist es Dank des markanten blaue Neonsterns Kinogängern den Weg.

Das Haus hat eine bewegte Vergangenheit. 1870 als Tanzsaal eines Ausflugs- und Gartenlokals im ehemaligen Berliner Vorort Niederschönhausen erbaut, flimmerten bereits um 1917 als Teil von Varietéprogrammen die ersten Stummfilme über die Leinwand. In den 30er-Jahren begann die Ära der Bismarck-Lichtspiele.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt das Kino den Namen Blauer Stern. Die Kriegsjahre hatten dem Haus jedoch mächtig zugesetzt, sodass es in den 80er-Jahren wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Zum Leidwesen der Pankower, denn für jedes in Ost-Berlin aufgewachsene Kind ist das Kino ein Begriff. Von "Alfons Zitterbacke" bis "Die Legende von Paul & Paula" lief hier alles, was die Ostfilmkultur hergab. Nach der Wende mussten auch das Lunik und das Tivoli schließen. 1996 hatten die Pankower ihren "Stern" endlich wieder. Ein neuer Betreiber vergrößerte das Jugendstil-Kino um einen weiteren Saal. Neue bequeme Kinostühle mit viel Beinfreiheit, ein Sternenhimmel, digitale Kinotechnik und ein Café sorgen nun für einen angenehmen Besuch.