Wenn man sich jetzt "Henri 4" ansieht - Jo Baiers Verfilmung von Heinrich Manns wichtigstem Werk - erinnert man sich fast mit Wehmut daran zurück. Denn auch hier gibt es die Bartholomäusnacht, aber der Zuschauer bleibt mit der Titelfigur in den königlichen Gemächern zurück. Man hört nur Schreie von draußen und das Blut schwappt unter der Türritze hindurch. So geht es natürlich auch nicht.

Und auch sonst stimmt leider gar nichts an diesem so aufwendig verfilmten Stoff. Nicht die Chemie zwischen den deutschen und französischen Stars, nicht die Balance zwischen sinnlosem Schlachten und gestelzten Dialogen. Die originellste Idee des Romans, den König auf den Philosophen Montaigne treffen zu lassen, bleibt gleich ganz ausgespart. Stattdessen viel Sex, viel Blut - und reichlich Holpersteine in der Dramaturgie. Selbst die Schauspieler zeigten sich bei der Berlinale-Premiere alles andere als begeistert vom fertigen Film. Henri 4? Henri 0.

Historienepos: Deutschland 2009, 155 Min., von Jo Baier, mit Julien Boisselier, Joachim Król, Hannelore Hoger, Ulrich Noethen

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