Ins Rampenlicht gedrängt hat sich Corinna Schumacher nun wirklich noch nie. Seit August 1995 ist die gelernte Bürokauffrau mit dem Rekordweltmeister der Formel 1, Michael Schumacher, verheiratet, gemeinsam haben sie zwei Kinder: Gina Maria, 16, und Mick, 14. Stets hat sie das Glück der Familie vor den Schattenseiten des Ruhms so gut versteckt, wie es eben nur geht.

Nach dem lebensgefährlichen Skiunfall Michael Schumachers in Frankreich folgten neun Tage seelischer Grenzbelastung an seinem Krankenbett in Grenoble. Und nun sieht diese scheue Frau keinen anderen Ausweg, als noch einmal ganz bewusst an die Öffentlichkeit zu gehen. In wenigen, aber umso deutlicheren Worten rief sie die Medien zu mehr Zurückhaltung auf. „Es ist mir wichtig, dass Sie die Ärzte und das Krankenhaus entlasten, damit diese in Ruhe arbeiten können – vertrauen Sie bitte deren Statements und verlassen Sie die Klinik“, heißt es in dem am Dienstag verbreiteten Appell. „Bitte lassen Sie auch unsere Familie in Ruhe.“

Michael Schumacher befindet sich mit schweren Kopfverletzungen weiter im künstlichen Koma, die Klinik wird von Journalisten umlagert. Absperrgitter sind nötig, ebenso Stellplätze für Übertragungswagen. Ein Medienvertreter versuchte angeblich, als Priester verkleidet zum siebenmaligen Champion zu gelangen. Die Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft zum Unfallhergang, die am heutigen Mittwoch stattfindet, wurde daher extra ins rund 80 Kilometer entfernte Albertville verlegt, tatsächlich kehrte an der Klinik dadurch etwas mehr Ruhe ein. Der auf Personenschäden spezialisierte Anwalt Edward Bourgin erwartet unterdessen eine Klage gegen das Skigebiet Méribel Alpina, da die ungesicherte Piste nicht ausreichend markiert gewesen sein soll.

BM