Taxifahrten

Eine Strecke, zwei Preise

Wer nach der Landung am neuen Hauptstadtflughafen BER mit dem Taxi nach Hause fahren will, muss sich auf kräftige Preissteigerungen einstellen. Nicht nur, dass eine Fahrt von Schönefeld in die Stadt für viele Berliner im Vergleich zu Fahrten ab Tegel länger und somit von sich aus kostspieliger ausfallen wird.

Ab der BER-Eröffnung am 3. Juni soll obendrein auch noch der höhere Taxi-Tarif von Dahme-Spreewald gelten. Nach einer Modell-Rechnung des Taxiverbandes Berlin-Bandenburg (TVB) würde eine Fahrt von Schönefeld zum Scandic-Hotel in Tiergarten statt 38 Euro dann 41 Euro kosten. In der Nacht und bei großem Gepäck kämen sogar noch einige Euro dazu. "Zuschläge, die es im Berliner Tarif nicht gibt", so ein Verbandssprecher. Umgekehrt gilt aber für Fahrten zum BER wie bisher der günstigere Berliner Tarif. Diese Lösung ist Teil eines Kompromisses, den die Verwaltungen des Landkreises Dahme-Spreewald und des Senats ausgehandelt haben und der Anfang nächster Woche unterschrieben werden soll. Er soll den seit Monaten geführten Taxi-Streit entschärfen.

Bisher ist es in Schönefeld so, dass die Taxis aus Berlin und Dahme-Spreewald nur im Wechsel vorfahren dürfen. Wenn es nur noch einen Flughafen gibt, wäre dies ein Nachteil für Berlins Droschken. Sind doch in Berlin 7200, in Dahme-Spreewald nur etwa 200 Taxis zugelassen. Nun soll es am BER künftig nur noch eine Warteschlange geben. Dafür soll dann für alle Abfahrten der gleiche Tarif gelten - der von Dahme-Spreewald. Stadtauswärts soll generell nach dem günstigeren Hauptstadt-Tarif abgerechnet werden.

Die Berliner Taxiverbände laufen Sturm dagegen. "Kein Berlin-Besucher kann dann mehr erkennen, welcher Tarif gerade eingestellt ist", so der TVB-Vorsitzende Detlev Freutel. Er befürchtet, dass mit der neuen Regelung das Tor für massive Betrügereien geöffnet wird.