Wer hier einkehrt, dem kann es schon passieren, daß am Nebentisch Sophia Loren oder Ornella Muti und Tochter Naike Rivelli sitzen. Denn etliche Stars und Sternchen sind seit 1968 im Bacco an der Marburger Straße ein und aus gegangen. Die Gaststätte ist eines der ältesten, wenn nicht gar das ältesten italienische Nobel-Restaurant Berlins überhaupt.
Am Stil seines Hauses hat der Inhaber Massimo Mannozzi in all den vielen vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Dunkle Holztöne, schmiedeeiserne Gitter, verputzte Wände und überall Fotos all jener bekannten Gäste, die sich hier gern sehen ließen und lassen, dominieren das Ambiente. Kein Vergleich mit dem schnörkellosen, hauptstädtischen In-Lokal "Bocca di Bacco" an der Friedrichstraße 167, das Mannozzis Sohn Alessandro leitet.
Während sich der Padrone um Organisatorisches kümmert und gern mal mit den Gästen plaudert, hat hinterm Herd Renzo Pasolini das Sagen, der seit einigen Monaten Küchenchef im Bacco ist. Pasolini serviert beispielsweise die Kaninchenleber mit Marsalasauce an grünen Äpfeln und Salaten (13,50 Euro), den frischen Krakensalat lauwarm (12,50 Euro), das Filet vom Zackenbarsch an Kichererbsensauce und Flußkrebsen (21 Euro) und den Lammrücken in Pecorinokruste auf Thymian-Ziegenfrischkäse (22,50 Euro).
Für das traditionelle italienische Gericht vom Thunfisch mit Bohnensalat hat Pasolini seine ganz eigene Variante entwickelt, die eher japanisch anmutet: Er brät den Fisch im Sesammantel nur ganz kurz an. Nichts für Leute, die für (fast) rohen Fisch wenig übrig haben. Eine neue Kreation, die erst noch auf die Speisekarte muß, sind die Parpadelle mit Seeteufel und Bärlauchpesto. Zum Abschluß kann man sich im Bacco beispielsweise einer Auswahl italienischen Käses hingeben oder dem Tip des Küchenchefs folgen, der seine Dolci "für die Seele" empfiehlt: ein warmer Schoko-Muffin, in dem sich ein Stück schmelzende Schokolade verbirgt.
Restaurant Bacco, Marburger Straße 5, Charlottenburg, Tel.: 211 86 87. Täglich geöffnet ab 18 Uhr.
Linda Paczkowski

