Dunkel ist allein der Name. Der Rest an The Darkness glitzert und funkelt opulent, wie es sich für Glamrocker gehört. Auch auf "One Way Ticket To Hell ... And Back", dem Nachfolger von "Permission To Land" (2003), haut das Quartett ordentlich auf die Pauke. Im gewohnten Eunuchen-Falsett kreischt der Darkness-Frontmann Justin Hawkins durch die Stücke und wird von seinen Jungs mit passenden Chören begleitet. Dazu niedeln selbstverliebte Gitarren, während das Schlagzeug stampft und die Synthies extra künstlich fiepen. Den Breitwandsound bereichern auf der Platte Panflöten, Dudelsäcke, Flügelhörner.

Die englischen Spezialisten für überladenen Bombastrock der 70er und 80er Jahre erinnern an ihre Helden von Thin Lizzy über Kiss und Chicago bis Queen. The Darkness zitiert in einer Tour und klingt dabei lebendig, unterhaltsam und extrem eingängig.

Mit diesem Konzept tauchte die Band Ende der 90er Jahre in London auf und erspielte sich rasch eine ansehnliche Fangemeinde. Allerdings dachte bei The Darkness so mancher an eine Rockparodie. Das lag weniger am Sound als an der Show. Der extrovertierte Sänger schüttelte seine Lockenmatte am liebsten in pinkfarbenen Spandex-Einteilern und schraubte seine Stimme in ungeahnte Höhen. Der gewöhnungsbedürftige Darkness-Stil setzte sich nur zäh durch, war dann aber nicht zu stoppen.

"Permission To Land" verkaufte sich 3,5 Millionen Mal. An die großen Erfolge will The Darkness mit dem aktuellen Höllen-Album anknüpfen. Nach Problemen innerhalb der Band im vergangenen Jahr strotzen Justin und Co wieder vor Selbstbewußtsein und halten sich für die "die großartigste Band der Welt".

The Darkness: Columbiahalle, Columbiadamm 13-21, Tempelhof. Tel.: 698 09 80. 20 Uhr. 26 Euro.

Thomas Joerdens