Himmelsstürmer

Ein Stelzenhaus, ein mittelalterliches Rad. Der Mensch - Krieger, Gladiator, Fischer, Wikinger, Jäger, Archetyp Mann. Das sind die wenigen Bildgegenstände, die der Bildhauer Michael Jastram benutzt.

Nichts ist stabil, nichts ist gewiss in dieser Welt aus Gips und Bronze. Das Haus auf Stelzen ist zerbrechlich und wacklig, ist innen hohl, porös.

Jedes Haus hat seinen eigenen Hüter. Dürr, ausgemergelt wie bei Giacometti bewachen sie ihre Hütten, die viel zu klein scheinen, als dass sie ihren schlaksigen, hoch gewachsenen Hütern ein wirkliches Heim sein könnten. Jastrams hilflose Figuren führen statt eines Speers einen Balancierstab, als wären sie Seiltänzer.

Oder aber sie kauern vor ihrem Haus, sie machen sich klein, umschlingen mit den Armen ihren Oberkörper. Auch stehen sie mal ganz winzig und verloren auf einer Plattform auf Rädern. Vor ihnen eine endlose Treppe, die zu einem von Michael Jastrams wackligen Häusern führt.

Die Treppen wirken wie Himmelsleitern, die in die Unendlichkeit führen, niemals aber zum Ziel, zum Haus. Zivilisation als Traum - und Sackgasse.

Michael Jastram, Gerd Sonntag, Mikos Meininger, Klaus Zylla: Galerie 360 Grad, Mauerstr. 76, Mitte. Tel.: 444 56 98 oder 0172/ 302 02 15. Bis 12. Juli, Dienstag und Donnerstag, 16 - 19, Sonnabend 14 - 17 Uhr.

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