„Nicht unzufrieden“ traf es wohl am besten. Fünf Tore erzielt, das Spiel gewonnen, drei Zähler mehr auf dem Konto – tatsächlich gab es wenig auszusetzen am 5:2 (1:1, 2:1, 2:0) der Eisbären gegen die Düsseldorfer EG. Weil die direkten Konkurrenten aus Wolfsburg und Nürnberg am Freitagabend aber ebenfalls als Sieger vom Eis gingen, hielt sich die Freude in Grenzen. Vor dem letzten Spiel der regulären Saison am Sonntag (14.30 Uhr, O2 World) bleibt der Berliner Eishockey-Bundesligist auf Rang neun. Die Tabellensituation entspricht der Gemütslage beim EHC: Sie hat sich nicht verschlechtert.

„Unser Unterzahlspiel war gut“, befand Cheftrainer Uwe Krupp, immerhin verfüge Düsseldorf über das zweitbeste Powerplay der Liga. Auch Julian Talbot lobte den Kraftakt seiner Kollegen. „Wir haben heute füreinander gekämpft“, sagte der Schütze des frühen 1:0 (6.). Die Eisbären überzeugten am Freitag mit einer Mischung aus Siegeswillen und Coolness. Von den Rückschlägen des Abends ließen sich die Berliner nicht beirren. Nicht vom 1:1-Ausgleich, der nur 1,8 Sekunden vor Ende des ersten Drittels fiel. Nicht von der Hüftverletzung Darin Olvers, der nach der ersten Pause nicht aufs Eis zurückkehrte. Und auch nicht von der Disziplinarstrafe gegen Stürmer Barry Tallackson, der nach 27 Minuten zum Zuschauen verdammt war.

Noch also dürfen sie hoffen beim EHC, hoffen, dass es doch noch klappt mit dem Heimrecht im Pre-Play-off. Dafür müssen die Berliner in der Tabelle mindestens einen Platz gut machen – und die Daumen dafür drücken, dass die Konkurrenz patzt. Ob sich Wolfsburg (7.) in Krefeld (10.) eine Blöße geben wird, bleibt abzuwarten. Dass Nürnberg (8.) beim Tabellenführer Mannheim verliert, scheint nicht unwahrscheinlich. Rechenspiele, auf die sich Krupp nicht erst einlassen wollte. Das sei ein Fall für die Kristallkugel, sagte der 49-Jährige.

Stattdessen richtete sich die Aufmerksamkeit schon auf den kommenden Gegner. Denn: Die Eisbären müssen zunächst ihre eigene Hausaufgabe lösen. Die ist schwer genug. Die Iserlohn Roosters werden alles daran setzen, ihren direkten Play-off-Platz nicht noch zu verlieren. Leichtfertige Scheibenverluste wie vor Düsseldorfs Anschlusstreffer zum 3:2 werden sich die Berliner dann nicht mehr erlauben dürfen. „Wenn wir diese Fehler nicht abstellen“, sagte Stürmer Marcel Noebels, der am Freitag drei Treffer vorbereitete, „dann wird es brenzlig.“

JL