Basketball

Alba überrascht mit Belgiens Spielmacher Tabu

Der Basketballsommer ist um eine Spekulation ärmer, und wieder kommt einer, den keiner auf dem Zettel hatte.

Die Frage, wer David Logan ersetzen würde, wurde von der Sekunde an diskutiert, als Anfang Juli sein Wechsel nach Italien bekannt wurde. Das Geheimnis ist jetzt gelüftet. Es ist Jonathan Tabu. Der belgische Nationalspieler mit kongolesischen Wurzeln ist 28 Jahre alt und 1,90 Meter groß. Alba durfte ihn in der vergangenen Saison bereits live in Augenschein nehmen. Tabu kommt vom letztjährigen Eurocup-Gegner CAI Saragossa und erhält einen Vertrag über ein Jahr.

Noch im Oktober dürften Geschäftsführer Marco Baldi, Sportdirektor Mithat Demirel und Coach Sasa Obradovic nicht sonderlich von Tabu angetan gewesen sein. Da kam der Guard beim 71:68-Heimsieg der Berliner auf gerade mal vier Punkte und vier Assists. Auswärts bezog Alba dann aber mit 50:75 eine empfindliche Abreibung, an der Jonathan Tabu mit zwölf Punkten und sechs Rebounds einen maßgeblichen Anteil hatte. Nun also soll er Albas Gegner das Fürchten lehren.

Tabu verfüge „über jahrelange Erfahrung auf hohem europäischen Niveau und kann auf beiden Guard-Positionen eingesetzt werden. Als exzellenter Mannschaftsspieler passt er gut ins Alba-Team“, glaubt Demirel. Seine Einschätzung wird durch einen Blick auf die Visitenkarte des Neuen gestützt. Tabu („Ich werde das machen, was Coach Obradovic von mir will“) war mit Charleroi dreimal belgischer Meister, spielte mit Cantu und Cremona in der italienischen Lega A und zuletzt für Saragossa in der spanischen ACB. Niemals zweite Liga, sechs Spielzeiten im Eurocup, eine in der Euroleague – das liest sich nicht schlecht. „Er ist offensiv stark, kann aber auch defensiv viel Druck auf den Ball ausüben“, verspricht der Sportdirektor, der allerdings noch zwei, drei weitere Verträge unter Dach und Fach bringen muss, um das Team für die kommende Euroleague-Saison zu komplettieren.

Trotz des Coups mit Niels Giffey gibt es noch Gespräche mit Jan-Hendrik Jagla. Bonns Jamel McLean wird zu 99,9 Prozent für Levon Kendall kommen. Die Zukunft von Vojdan Stojanovski ist auch noch ungewiss.