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Michael Preetz zwitschert aus der verbotenen Zone

Herthas Sportchef ist der erste Manager bei Twitter

Jeder Hertha-Profi hätte sich erklären müssen. Wenn es jedoch der Vorgesetzte tut, gibt es Beifall. Michael Preetz eröffnete seine Karriere als erster Bundesliga-Manager bei Twitter (#michaelpreetz) mit einem Foto aus einem sonst abgeschirmten Bereich: Das Bild, aufgenommen Sekunden vor der Mannschaftsbesprechung, zeigt Trainer Jos Luhukay und Co-Trainer Markus Gellhaus, dazu einige Spieler im Teamhotel.

Als Verein versorgt Hertha wie alle Klubs schon länger die Öffentlichkeit mit den Kurzmitteilungen in 140 Zeichen. Aber als erster Offizieller der Liga stellt sich Preetz, der auch Geschäftsführer für Kommunikation ist, unter eigenem Namen bei Twitter.

„Hertha BSC ist modern. Wir wollen auch in den neuen Kommunikationswegen als Pioniere vorneweg gehen“, sagte Preetz. Und nennt einen zweiten Grund für diesen Schritt: „Wir suchen die Nähe zu unseren Fans. Ich möchte sie abholen und mit neuen Einblicken aus meiner Perspektive noch mehr am Vereinsleben teilhaben lassen.“

Bei Twitter sind viele Promis zu lesen, offiziell autorisiert mit einem weißen Häkchen auf blauem Grund. Häufig werden die Accounts aber von Mitarbeitern oder Agenturen geführt. Der Hertha-Manager verspricht, dass er selbst tätig ist: Wo Preetz draufsteht, ist Preetz drin.

Nun ist Twitter nur ein Werkzeug. Der Nutzer bestimmt selbst, ob der eigene Zugang langweilig ist oder spannend. Ein weiteres Element liegt darin, dass die Kommunikation in alle Richtungen fließt. Nicht nur Preetz wird sich äußern, jeder Teilnehmer kann dem Manager seine Meinung sagen. Mit Geschick, Witz und Schlagfertigkeit lassen sich da manche Sympathiepunkte erobern für Preetz (und so für Hertha) – oder eben nicht.

Wie jeder Twitter-Teilnehmer legt Preetz dar, wem er folgt. Etwa dem Herthaner Alexander Baumjohann. Oder Kevin Boateng. Für normal darf man halten, dass Preetz die Seite von bundesliga.de abonniert hat. Und rüstet sich auch für die Zukunft. Jedenfalls folgt er der offiziellen Seite der Champions League. Innerhalb von drei Stunden sammelte Preetz 400 Follower.