Wasserball

Spandau kauft sich eine Wildcard für die Champions League

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Dietmar Wenck

Marc Politze hat schwer mit sich gerungen. Doch am Ende entschied sich der Hüne für ein weiteres Jahr Profi-Wasserball.

„Die Champions League“, sagt er jetzt, „war auf jeden Fall ein Argument weiterzumachen. Auf wen man da alles treffen kann – das ist schon sehr gut für jeden, der sportlich ambitioniert ist.“ Und das ist Politze fraglos, auch mit 36 Jahren noch.

Das sind auch seine Wasserfreunde Spandau, ungeachtet der jüngsten Rückschläge in der Bundesliga haben sie in Europa einen guten Ruf, auch wenn der letzte von vier Triumphen in der Champions League 25 Jahre zurückliegt. Deshalb wurden sie jetzt vom Kontinentalverband LEN bei der Neuordnung des höchsten europäischen Vereinswettbewerbs bevorzugt behandelt. Spandau bekommt eine von acht Wildcards für die Hauptrunde mit zwei Sechsergruppen, in denen die Teilnehmer des „Final Six“ ermittelt werden. Meister Duisburg muss wie Hannover durch die Qualifikation, deren Überstehen ein mittleres Wasserball-Wunder wäre.

Kriterien für die Vergabe der Wildcards waren: die Stadt, das Einzugsgebiet, die Bekanntheit, die Fähigkeit zu Großveranstaltungen, die Ergebnisse der vergangenen zehn Jahre. Und dann sind da noch fast 100.000 Euro Startgebühr. Die Wildcard gilt für drei Jahre, bietet also Planungssicherheit.

Der Betrag tut den Spandauern (Saisonetat rund 400.000 Euro) weh. Aber Präsident Hagen Stamm („Wir haben das Geld noch nicht!“) hofft, dass sich „fünf Spiele gegen solche internationale Klasse besser vermarkten lassen“. Als Gegner stehen fest: Partizan Belgrad, Galatasaray Istanbul und Brescia.

Aber auch rein sportlich brauchen die Wasserfreunde den Konkurrenzkampf auf höchstem Niveau. „Wir haben uns entschieden zu investieren. Wir versuchen einen Umbruch und Neuaufbau“, sagt Stamm. Den ungarischen Trainer Andras Gyöngyösi nach Berlin zu locken, fiel so leichter, aber ebenso ist die Champions League attraktiv für neue Spieler, die sich dort weiterentwickeln können. „Alle“, sagt Stamm, „sind heiß darauf, in Europa zu spielen.“ Natürlich auch Marc Politze.