Wasserball

Abschiedsschmerz trübt Titelkampf der Wasserfreunde

Eigentlich stehen für die Wasserfreunde Spandau jetzt die interessantesten, spannendsten und schönsten zwei Wochen der Saison bevor.

Im deutschen Pokal-Top-Four, in dem die Berliner heute im Halbfinale auf Gastgeber Krefeld 72 treffen und nach ihrer Planung am Abend darauf gegen den Gewinner der Partie ASC Duisburg gegen Bayer Uerdingen ihren 28. Cup-Triumph perfekt machen wollen, sind sie wie gewohnt Favorit. Für die am Mittwoch darauf beginnende Finalserie um die Deutsche Meisterschaft gegen die Duisburger gilt das erneut, da die Wasserfreunde den Heimvorteil auf ihrer Seite haben und national in der gesamten Spielzeit keine einzige Niederlage kassierten.

Doch die Tage, an denen sich entscheidet, ob das Jahr als ein gutes in die Vereinshistorie eingeht, sind laut Präsident Hagen Stamm auch „mit viel Melancholie verbunden“. Denn für den 32-maligen Wasserball-Meister heißt es Abschied nehmen von Persönlichkeiten, die zu dem Erfolg der vergangenen Jahre einen erheblichen Beitrag geleistet haben.

Trainer Nebojsa Novoselac wechselt im Sommer als Bundestrainer die Seiten. Torhüter Alexander Tchigir (44) wird nach der Saison nun wohl endgültig das Wasser verlassen und nur noch als Trainer in Potsdam arbeiten. Auch Kapitän Marc Politze (35), Fabian Schrödter (30) und Erik Bukowski (26), allesamt Nationalspieler, könnten ihre letzten Spiele für den Serienmeister bestreiten; weil sie ihre Karrieren ausklingen lassen wollen oder, im Falle Bukowskis, weil sie innerhalb der Bundesliga wechseln. Waspo 98 Hannover hat diesen Zugang vor Kurzem voller Stolz verkündet, sehr zum Ärger Stamms: „Wir kommentieren das jetzt nicht. Solche Dinge gehören nicht in die entscheidende Saisonphase.“

Es wird also wie schon im Vorjahr einiges in Bewegung geraten im deutschen Wasserball. Vielleicht wird dann wirklich die scheinbar unerschütterliche Vormachtstellung der Berliner ins Wanken geraten, doch zunächst gilt die volle Konzentration dem Kampf um die zwei Titel. Weil das erste Meisterschaftsendspiel am Mittwoch in Duisburg stattfindet, also nur wenige Kilometer von Krefeld entfernt, bleibt die Mannschaft gleich dort, um sich optimal vorbereiten zu können. Der Gewinn des Pokals wäre natürlich ein weiterer Grund, das ohnehin große Selbstvertrauen der Wasserfreunde zu steigern. „Pfingsten im Pott macht nur Sinn mit dem Pott“, kündigte jedenfalls Manager Peter Röhle schon mal blumig an.

Auch für Nebojsa Novoselac, der die Spandauer seit 2006 trainiert, ist die Zielsetzung einfach. Nur einmal, nach dem Pokalfinale 2010 gegen den ASC Duisburg, musste er einem Gegner zum Titelgewinn gratulieren; ansonsten gewann der Serbe Jahr für Jahr das Double mit den Wasserfreunden. „Das soll zum Abschied so bleiben“, hofft er. Das wünschen sich auch die anderen Protagonisten, bekräftigt Politze: „An uns soll es nicht liegen.“

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