„Spektakuläre Trainerverpflichtung“ heißt es dort. Es ist den Spandauern gelungen, in Andras Gyöngyösi einen der Top-Trainer aus dem Land des dreifachen Olympiasiegers Ungarn nach Berlin zu lotsen. Der Klub hatte sich nach einem neuen Coach umschauen müssen, da der bisherige Trainer, Nebojsa Novoselac, seine Arbeit bei den Wasserfreunden nach dieser Saison beenden muss. Er ist seit Jahresbeginn Bundestrainer, eine Doppelfunktion über diese Spielzeit hinaus ist nicht erlaubt.

Der 45-jährige Ungar Gyöngyösi war aktuell einer von drei Kandidaten für das Amt des ungarischen Nationaltrainers. Bei den ungarischen Topklubs Ferencvaros Budapest, Szeged und Deberecen (hier ist er momentan noch im Amt) hat er seit 2001 exzellente Arbeit geleistet. Die Spandauer überzeugte die Mischung aus Trainererfahrung und eigener Erfahrung als Spieler. 240 Spiele hat er für die Nationalmannschaft seines Landes bestritten. Mit der Mannschaft wurde er 1995 Weltmeister, WM-Zweiter (1993) und -Dritter (1989), zudem nahm er an drei Olympischen Spielen (1988, 1992, 1996) teil. Als Profi spielte er unter anderem auch neun Jahre in der italienischen Liga. Spandaus Präsident Hagen Stamm und der Ungar kennen sich schon lange, einst trafen sie als Spieler im Becken aufeinander.

„Wir möchten schon mal einen Pflock einschlagen“, erklärt 04-Manager Peter Röhle. Spieler und Sponsoren hätten nun Planungssicherheit, und der Klub signalisiere, „dass wir in der nächsten Saison neben der Zielsetzung Deutscher Meister und Pokalsieger auch in der europäischen Champions League wieder angreifen wollen.“ Der Ungar sagt: „Es ist für mich eine große Ehre, ab September Trainer in Spandau zu werden.“

seb