Michael Sziedat

"Gegen diesen Block kommt keiner an"

Michael Sziedat scheiterte als Kandidat für das Präsidium auf der Mitgliederversammlung von Hertha BSC.

- Morgenpost-Mitarbeiter Marcel Stein befragte den 59-jährigen früheren Rekordspieler der Berliner am Tag danach zu seinen Eindrücken des Vorabends.

Berliner Morgenpost:

Wie haben Sie die Versammlung erlebt, Herr Sziedat?

Michael Sziedat:

Als ich da hoch gegangenen bin, um mich vorzustellen, war doch alles schon gelaufen mit der klaren Wahl von Thorsten Manske zum Vizepräsidenten. Der Block von Gegenbauer war einfach stärker, besser organisiert, sie waren besser vorbereitet. Als das Trikot mit der Fahne präsentiert worden ist, hatten sie auch die Ostkurve auf ihrer Seite. Wir wollten ja nun keinen Umsturz haben, aber unser Motto lautete: Zeit für Veränderung. Anfangs war auch zu spüren, dass 70 Prozent der Anwesenden gegen Preetz waren. Ich habe versucht, das noch ein bisschen aufzuzeichnen, aber das ist abgeblockt.

Waren Sie davon überrascht?

Ich wusste, dass da mit Hauen und Stechen gekämpft wird. Aber von unserer Seite kam nicht viel, das muss man ganz ehrlich sagen. Wenn man überlegt, was Kandidaten wie Lutz Kirchhoff und Axel Schmidt nach ihrer Vorstellung gefragt worden sind von den Mitgliedern, um sie bloßzustellen. Das war das Kartell der Macht. Das Fazit ist einfach: Sie brauchen jetzt keine Präsidiumssitzung mehr abzuhalten. Das ist jetzt wie im Politbüro, immer 100 Prozent.

Warum hat sich denn die Opposition nicht besser aufgestellt?

Wir waren ein bisschen naiv. Aber das ist jetzt kein Neuanfang. Wie soll denn ein Preetz vernünftig arbeiten? Der darf sich doch keinen Fehler mehr erlauben.

Wäre nicht ein klar formuliertes Konzept für die Preetz-Gegner hilfreich gewesen?

Es hieß im Vorfeld, es wäre schlecht, Wahlkampf zu machen, während die Verhandlungen wegen der Relegation noch laufen. Und in den drei Minuten der Vorstellung ist das kaum rüberzubringen.

Wie sehen Sie die Zukunft von Hertha?

Wir wollen hoffen, dass es besser wird. Aber ich sehe etwas schwarz, weil es keine richtigen Diskussionen gibt, sondern alles von oben durchgedrückt wird.

Werden Sie erneut zur Wahl antreten?

Kein Interesse, gegen so einen Block kommen sie nicht an.