Nach Jahren des Provisoriums, in denen der Bundesligist seine Heimspiele zunächst mit Sondergenehmigung in der eigentlich viel zu kleinen Halle der Flatow-Oberschule und später im Adlershofer Exil austragen musste, hat man nun endlich in der Hämmerlingstraße, unweit der Sportanlagen des 1. FC Union, eine feste Bleibe gefunden.

"Die Mädels trainieren seit einer Woche in der Halle und sind begeistert", erzählt Pressesprecher Bernd Hensel. 1000 feste Sitzplätze gibt es in der Arena, durch zusätzliche Stehplätze können sogar 1500 Zuschauer Platz finden. Durch die Rückkehr nach Köpenick erhoffen sich die KSC-Verantwortlichen künftig eine deutlich größere Kulisse als noch in Adlershof, wo im vergangenen Jahr durchschnittlich 600 Fans begrüßt wurden.

Zum Auftakt der neuen Spielzeit, in denen erneut ein einstelliger Tabellenplatz angepeilt wird, empfangen die Berlinerinnen morgen (19 Uhr) Rekordmeister USC Münster. "Das wird eine ganz enge Kiste", weiß Hensel, "da treffen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe." Doch die Voraussetzungen für einen Erfolg stimmen: Erstmals gehen die Köpenicker mit einem vollen Kader und zwölf Spielerinnen in eine Spielzeit.

Auch die Qualität der Mannschaft des aus Mauerstetten gekommenen neuen Trainers Jürgen Kleppner ist zumindest nominell höher als noch in der vergangenen Saison: Neu an Bord sind mit der Serbin Bojana Marjanovic (zuvor in Wiesbaden), Blockerin Izabela des Oliveira aus Brasiliens höchster Spielklasse sowie Maria Kleefisch, der Kapitänin der KSC-Aufstiegsmannschaft von 2005, drei gestandene Spielerinnen.

Junge Zuspielerinnen

Und noch ein neuer Name findet sich im Kader der Köpenicker: Außenangreiferin Ilona Farkowska aus Polen hat in der Sommerpause Betreuer Sven Dröger geheiratet und dessen Namen angenommen.

Als Handicap könnte sich jedoch der Abgang von Sandra Sydlik erweisen. Die U 20-Weltmeisterin wechselte zum Aufsteiger SC Potsdam. Auf der wichtigen Zuspieler-Position steht dem KSC daher mit der erst 16-jährigen Ann-Marie Knauf sowie Stephanie Hempel (18) zwar viel Talent, aber eben auch wenig Erfahrung zur Verfügung. Dennoch wähnt man sich gut aufgestellt: "Hempel hat schon im letzten Jahr gespielt und immer wieder Impulse setzen können. Auch Knauf hat einen Leistungssprung hinter sich", schenkt Hensel den beiden blutjungen Zuspielerinnen Vertrauen. Auch die Tatsache, dass mit dem ambitionierten SC Potsdam künftig ein Rivale aus der unmittelbaren Umgebung in der Bundesliga spielen wird, nimmt man gelassen. "Wir brauchen uns vor den Potsdamerinnen nicht zu verstecken", sagt Pressesprecher Hensel.

Obwohl Potsdam im bisherigen KSC-Revier "wilderte" und neben Sydlik außerdem noch fünf weitere Berliner Spielerinnen vom VC Olympia nach Potsdam lotste, begrüßt Hensel den Aufstieg des Lokalrivalen: "Unserer Region kann das nur gut tun. Die meisten Vereine aus der Bundesliga stammen aus dem Süden Deutschlands, da ist es schön, auch mal einen Gegner quasi um die Ecke zu haben." Am 7. November kommt es in der Hämmerlingstraße zum ersten Duell zwischen den Klubs.

Neue Halle, neuer Trainer, neues Team, neuer Rivale - doch damit noch nicht genug: Dank neuer Geldgeber sei der KSC erstmals seit Jahren ohne finanzielle Sorgen und wolle daher künftig noch aktiver auf dem Transfermarkt agieren.