Eigentlich wollte Volkmar Wanski diesen Job nie mehr ausüben. Fünf Jahre war er ab Mitte der 90er Jahre Präsident des BFC Dynamo. "Ich habe Geld und Gesundheit investiert", sagt er rückblickend. Jetzt macht er es doch wieder. Einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Jahreshauptversammlung des Fußball-Oberligisten, die heute ab 10 Uhr im Vereinsheim am Sportforum Hohenschönhausen stattfindet, wurde er auf einer Präsidiumssitzung kommissarisch zum Präsidenten gewählt. Als Nachfolger des überraschend zurückgetretenen Mario Weinkauf. "Meine Aufgabe ist erfüllt", sagt Weinkauf. Damit meint er den Erwerb der Rechte am BFC-Logo sowie die Tatsache, dass er eine neue Sponsorengruppe aufgetan hat. Diese wollte allerdings nur einsteigen, wenn er Präsident bleibt.

Die Vorgeschichte: Die Fronten um Weinkauf sowie Peter Meyer vom BFC-Hauptsponsor waren verhärtet. Nicht zuletzt durch die Vorkommnisse der vergangenen Tage. Um einen gemeinsamen Weg zu finden, Dynamo in eine bessere Zukunft zu führen, hatten sich Meyer und eine von Weinkauf akquirierte Sponsorengruppe Anfang der Woche getroffen.

Ein von beiden Seiten gefundener Kompromiss, der gemeinsam auf der Mitgliederversammlung präsentiert werden sollte, wurde von Meyer im Nachhinein abgelehnt, weil "offensichtliche Unwägbarkeiten im Konzept der Investorengruppe nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden" konnten, hieß es auf der BFC-Homepage. Ausschlaggebend war das Votum von Fanvertretern und Kluboffiziellen, die sich mit 22:2 Stimmen gegen den Kompromiss entschieden hatten. Eine Zusammenarbeit beider Lager zum Wohle des BFC schien trotz Beteuerungen, für weitere Gespräche offen zu sein, damit ausgeschlossen.

Jetzt also warf Weinkauf hin und Wanski springt ein. Wie lange, ist offen. Aber: "Es muss endlich Ruhe im Verein herrschen. Diese ständigen Grabenkämpfe waren nicht mehr mit anzusehen. Das muss aufhören." Ob diese Hoffnung realistisch ist, wird sich schon heute zeigen, wenn der neue Wirtschaftsrat gewählt wird.