Dem deutschen Nachwuchs eine Chance geben - mit diesem Ziel wollten die Basketball-Frauen der BG Zehlendorf die Bundesliga-Saison bestreiten. Schließlich konnte die Mannschaft mit dieser Marschroute in der vergangenen Spielzeit den Aufstieg feiern. Schnell wurde aber deutlich, dass die talentierten Zehlendorferinnen zwar beachtliche Akzente setzten, aber nur einen Sieg aus 13 Spielen verbuchen konnten.
"Wir haben viele junge Spielerinnen mit großem Potenzial, aber leider keine, die bereit ist, Führungsaufgaben zu übernehmen", sagte BGZ-Trainerin Alexandra Maerz in November des vergangenen Jahres. Um den direkten Weg zurück in die Zweite Liga zu vermeiden, reagierte der Verein vor Weihnachten mit der Verpflichtung der erfahrenen kanadischen Nationalspielerin Isabelle Grenier, die heute (18.30 Uhr, John-F.-Kennedy-Schule) gegen den BC Marburg ihr Heimdebüt gibt.
Keine Unbekannte in Berlin
Die 28-Jährige ist in Berlin keine Unbekannte. Bis Oktober 2006 gab sie ein zweimonatiges Gastspiel bei der BG Dorsten, vor knapp einem Jahr beeindruckte Grenier die Hauptstädter für den SV Halle im direkten Zweitliga-Play-off-Vergleich. "Wir sind froh, dass sie sich für uns entschieden hat und hoffen, dass die Verpflichtung dem ganzen Team einen Schub gibt", sagt Pressesprecherin Gisela Chlebosz.
In Zehlendorfs Kader spielen mit Emily Doharty (Hamburg), Jessica Höötmann (Georgsmarienhütte), Franziska Wenzel (Weimar) und eben Grenier (Quebeck) nur vier Spielerinnen, die nicht aus Berlin oder der näheren Umgebung stammen. "Die Bundesliga-Konkurrenz hat mindestens zwei bis vier starke und gestandene Ausländerinnen im Team. Wir mussten reagieren, da Platz zehn und somit der Klassenerhalt mit dem angedachten Kurs, nur auf deutsche Talente zu setzen, nicht erreichbar gewesen wäre", erklärt Maerz.
Möglich wurde der Transfer durch Sponsoren. Auch der Verein zahlt. "Mit unserem Etat von knapp 65 000 Euro können wir in der Bundesliga allerdings nur sehr wenig bewegen. Bei der Konkurrenz liegt der Etat zum Vergleich oft bei mehr als 100 000 Euro", sagt Zehlendorfs Referent für die Bundesliga, Mark Helmke.

