Großes Spiel gegen das Vorbild Artland Dragons

Als das Angebot von den Artland Dragons kam, wehrte Daniel Fritzsche sofort ab. "Die wollten uns das Heimrecht abkaufen.

Als das Angebot von den Artland Dragons kam, wehrte Daniel Fritzsche sofort ab. "Die wollten uns das Heimrecht abkaufen. Aber wir wollten der Region ja nicht das größte Spiel der Vereinsgeschichte mopsen", sagt der Manager des Drittligisten RSV Eintracht Stahnsdorf. Vor der Partie heute im DBB-Pokal gegen den Bundesligisten aus Quakenbrück (19.45 Uhr/John-Schehr-Sporthalle in Teltow) herrsche schließlich riesiges Interesse, denn "einen Erstligisten hatten wir noch nie hier. Unsere Spieler werden sogar auf der Straße auf das Spiel angesprochen."

Akteure wie der US-Amerikaner Joe Deister, die zu vier Aufstiegen seit 2000 beim RSV beigetragen haben - im vergangenen Sommer schafften die Stahnsdorfer den Sprung in die dritte Liga. Nach sieben Siegen in Folge steht der RSV in der 1. Regionalliga Nord erneut im Aufstiegskampf. "Man muss über die zweite Liga nachdenken", sagt Fritzsche, "obwohl wir das Ziel erst mittelfristig anpeilen wollten." Dann müsste der Saisonetat von derzeit 60 000 Euro deutlich aufgestockt werden. Langfristig träume man von der ersten Liga, sagt Fritzsche.

Als Vorbild für solch einen Coup gilt beim RSV ausgerechnet der Gegner aus der norddeutschen Provinzstadt Quakenbrück in der Nähe der holländischen Grenze. "Die füllen dort seit Jahren ihre 3000 Zuschauer fassende Halle", schwärmt der Eintracht-Manager Fritzsche.

Eine Kulisse, von der in Stahnsdorf beim Liga-Alltag nur geträumt werden kann. Rund 200 Zuschauer kommen im Schnitt zu den Heimspielen in der kleinen Halle. Für die Pokal-Partie wurde das Fassungsvermögen durch mobile Tribünen auf 450 Plätze erhöht. In die dritte Runde des Pokals zogen die Stahnsdorfer nach souveränen Siegen gegen den Berliner Pokalsieger DBV Charlottenburg und den Zweitligisten SG Braunschweig ein.

Doch jetzt scheint der Gegner übermächtig. "Das wird für uns ein großes Ereignis, aber alles andere als eine klare Niederlage wäre eine Sensation", sagt Eintracht-Trainer Vladimir Pastushenko. "Das wird eine große Weihnachtsfeier", vermutet Fritzsche, "und die Belohnung für die gelungene Hinrunde. Egal wie das Ding ausgeht." Auch Präsident Michael Grunwaldt hat schon vor dem Spiel außergewöhnliches registriert. "Wir sind der einzige Regionalligist Deutschlands, der noch um den Einzug ins Achtelfinale kämpft."

L.S.