Einige Tage vor dem Finale um den Paul-Rusch-Pokal outete sich Peter Ränke, Trainer von Fußball-Oberligist Tennis Borussia, als Anhänger des Endspielgegners: "Ich bin ein großer Fan der Füchse. Das ist eine junge Mannschaft, die mit viel Emotionen und Herzblut spielt. Das gefällt mir sehr gut." Gestern Abend musste er im Jahn-Sportpark mit ansehen, wie die Reinickendorfer das Finale des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) gegen TeBe aus genau diesem Grund mit 1:0 (0:0) gewannen. Sie waren einfach bissiger, spielten mit mehr Leidenschaft als der Titelverteidiger und gewannen deshalb verdient.
Für die Füchse ist der zweite Pokalsieg nach 1997 (damals bezwang man im Finale den 1. FC Union mit 1:0) einer der größten Erfolge in der Geschichte. Denn für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals garantiert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) 30 000 Euro.
Auf diese Einnahme muss der von der Insolvenz bedrohte Traditionsklub TeBe nun verzichten. Dabei sah es in der ersten Halbzeit nach einem Sieg für die Lila-Weißen aus. Doch es gelang ihnen nicht, ihre optische Überlegenheit auch in Treffer umzusetzen. Die 962 Zuschauer sahen vor der Pause ein schwaches Spiel von beiden Seiten und keine einzige Torchance der Füchse. Dafür nutzten diese nach dem Seitenwechsel gleich die erste zur 1:0-Führung, als ein Schuss von Maurice Jacobsen unhaltbar abgefälscht wurde (55.).
Jetzt wachte TeBe auf, Ränke wechselte drei neue Spieler ein, doch auch sie schafften es nicht, die geschickt gestaffelte Füchse-Abwehr zu überwinden. Zwar traf Shergo Biran per Kopf (76.) - doch Schiedsrichter Reinhard Bokop entschied auf Stürmerfoul und zog sich damit den Unmut der TeBe-Fans zu. Als der Reinickendorfer Karim Benyamina zehn Minuten vor Schluss Gelb-Rot sah, waren die Füchse mit ihren Kontern dem 2:0 näher als TeBe dem Ausgleich. Die Gelb-Rote Karte für TeBe-Spieler Mike Frank in der Schlussminute hatte nur statistischen Wert.
Füchse-Trainer Christian Backs erklärte: "Wir haben uns das Glück verdient." Und TeBe-Kapitän Joos sah in der Niederlage sogar eine gewisse Logik: "Dass wir dieses Spiel verloren haben, ist irgendwie symbolisch für das verkorkste Jahr."


