Frauen-Endspiel: Frankfurt hat historischen Sieg vor den Augen

Auf den ersten Blick ist die Konstellation im DFB-Pokalfinale der Frauen (16.30 Uhr, ARD live) mit der bei den Männern vergleichbar: Mit dem 1. FFC Frankfurt gibt es auch hier einen eindeutigen Favoriten, der FCR Duisburg ist der erklärte Außenseiter.

Auf den zweiten Blick relativieren sich die Ähnlichkeiten jedoch. Zwar sind die Frankfurterinnen wie Bayern München das dominierende Team der vergangenen Jahre. Doch nachdem 2002 mit dem Gewinn von Meisterschaft, Pokal und Uefa-Cup sogar das Triple gelang, konnten die Hessinnen ihre Titelsammlung in diesem Jahr noch nicht erweitern: International scheiterte man nach Elfmeterschießen im Europacup-Halbfinale und in der Bundesliga droht am letzten Spieltag ein Endspiel um Platz eins beim Tabellenzweiten Turbine Potsdam.

Da der 1. FFC eigentlich alle drei Titel verteidigen wollte, steht er vor dem heutigen Finale unter ungleich größerem Druck als die Münchner Bayern, die nach dem Desaster in der Champions League die nationale Meisterschaft bereits geholt haben und natürlich der Gegner aus dem Rheinland: Ein Erfolg im Olympiastadion - es wäre der fünfte Cupsieg in Folge - ist fast ein Muss geworden. Zwar wiegelt Trainerin Monika Staab ab: "Druck haben wir in jedem Spiel, denn das Umfeld erwartet Erfolge." Sie räumt allerdings auch ein, dass ihr Team nach den Abgängen von Steffi Jones und Birgit Prinz nicht mehr so dominant auftrete wie in den Jahren zuvor.

Jürgen Krust, Coach der Duisburgerinnen, die den Cup zuletzt 1998 durch einen 6:2-Finalsieg gegen den FSV Frankfurt gewannen, setzt deshalb auf die viel beschworene Außenseiterchance: "Wir haben zwar das Bundesliga-Spiel vor zwei Wochen mit 0:3 verloren. Aber aus jeder Niederlage kann man lernen, was man besser machen muss." Er hofft, dass sein junges Team, das höchstwahrscheinlich ohne Inka Grings auskommen muss, vor der großen Kulisse nicht verkrampft und versucht, sich in ein Elfmeterschießen zu retten, das erstmals direkt nach der regulären Spielzeit stattfinden würde: "Da hätten wir sicher keine Chance."

Wichtig ist ihm jedoch vor allem, "dass wir uns gut präsentieren und zeigen, dass wir Fußball spielen können". Seine Kollegin Staab ergänzt: "Hoffentlich fallen viele Tore und die Zuschauer sehen ein gutes Spiel."