Anfänge Christian Boros wird am 4. Dezember 1964 in Zabrze, Polen, geboren. In den 70er-Jahren flieht er mit seinen Eltern nach Deutschland. Er ist an Kunst interessiert, Außenseiter und Jahrgangsbester. Mit 16 heftet er eine von Joseph Beuys signierte Postkarte mit einer Reißzwecke an die Wand. Statt Jura oder Medizin, wie es die Eltern wollen, studiert er Kommunikationsdesign.

Berufliches 1990 gründet er "Boros - Agentur für Kommunikation". Mit radikalen Kampagnen für den jungen Sender Viva fühlt er schon frühzeitig die große Stunde des Pop. Er erfindet den Slogan "Viva liebt dich", trifft das Gefühl dieser neuen, hedonistischen Mediengeneration, für die Stefan Raab und Heike Makatsch bald die Clips ansagen.

Privates und Kunst Boros ist verheiratet und hat zwei Kinder. Schon im Alter von 18 Jahren begann er, Kunst zu sammeln. Heute gehören ihm unter anderem Werke von Wolfgang Tillmans (dessen Arbeiten er 1990 entdeckte und das erste Foto für 320 Mark erstand), Olafur Eliasson, Thomas Ruff und Ai Weiwei. Im Jahr 2003 erwarb er den Bunker an der Reinhardtstraße, und seit 2008 präsentiert er dort Werke seiner Sammlung. Die erste Ausstellung sahen 120.000 Besucher. Bis heute gab es rund 7500 Führungen. Sie dauern anderthalb Stunden und finden von Donnerstag bis Sonntag statt. Anmelden kann man sich dafür über die Website www.sammlung-boros.de. Der Eintritt kostet 10 Euro pro Person.

Spaziergang Unser Autor ging mit Christian Boros durch seinen Bunker in Mitte.