Aber nur wenige kennen die Geschichte der Friedrichshagener Maulbeerbäume, von denen einmal drei Millionen auf dem heutigen Gebiet von Friedrichshagen wuchsen. Weil es noch ein paar Maulbeerbäume gibt – zum Beispiel an der Bölschestraße – habe ich dazu im Kiez ein bisschen recherchiert.

In der Barockzeit war die Nachfrage nach chinesischer Seide für die Kleider der wohlhabenden Leute größer als das Angebot. Preußenkönig Friedrich II., der „Alte Fritz“, wollte dem abhelfen und sorgte dafür, dass der eigentlich in China heimische Maulbeerbaum in großem Stil in Friedrichshagen angepflanzt wurde. Über 1000 Maulbeerbäume standen 1852 in vier Reihen entlang der Dorfstraße, der heutigen Bölschestraße. Friedrichshagen wurde zu einer Maulbeerplantage. Die Blätter der Bäume wurden an die Seide produzierenden Raupen verfüttert. Die Spinnerfamilien sahen die Bäume vor ihrer Haustür als Eigentum an und verkauften die Früchte für ein Nebeneinkommen. Leider haben die Friedrichshagener Maulbeerbäume sich nicht bis in die heutige Zeit gehalten. Die Ursache – das Klima? – ist nicht vollständig geklärt. Heute gibt es nur noch wenige Exemplare. Sehen kann man sie zum Beispiel vor dem Haus an der Bölschestraße 63 oder an der Ecke Bölschestraße/Aßmannstraße, wo 1999 drei Bäume gepflanzt wurden.

Lena Marie Böhm, Klasse 8b, Gerhart-Hauptmann-Gymnasium, Köpenick