Das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin hat vor Kurzem einer Gruppe von Auszubildenden eine Reise nach Krakau oder Kraków, wie es auf Polnisch heißt, ermöglicht. So konnten die Schüler die Geschichte Polens kennenlernen. Sie haben sich auf der gesamten Reise mit schwierigen Themen beschäftigt – mit dem ehemaligen KZ Auschwitz, das in der Nähe von Krakau liegt, mit Schindlers Fabrik (bekannt aus dem Film Schindlers Liste) und mit der Geschichte des jüdischen Gettos in der Nazi-Zeit. Aber natürlich haben sie auch die Stadt und ihre Atmosphäre erlebt.

In Krakau kann man sehr viele Ausflüge machen und Sehenswürdigkeiten bewundern. Am besten fortbewegen kann man sich in der Stadt zu Fuß. Es ist unmöglich, sich in der Altstadt zu verlaufen, da man immer wieder auf den großen Marktplatz stößt. Auch der Stadtteil Kazimierz, also das ehemalige jüdische Viertel, ist von der Altstadt in zehn bis 20 Minuten zu Fuß zu erreichen. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind der Marktplatz mit dem Rathaus und der Marienkirche. Auf dem Platz stehen die „Tuchhallen“, in denen sich diverse Stände mit polnischem Kunsthandwerk befinden.

Ein weiterer Anziehungspunkt ist das Königsschloss „Wawel“. Es thront auf einem Hügel über der Weichsel. In Kazimierz sollte man eine Synagoge besuchen sowie einen daneben befindlichen alten jüdischen Friedhof und ansonsten durch diesen stimmungsvollen Stadtteil – ohne ein bestimmtes Ziel – schlendern. Beeindruckend für uns war auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bewohner der Stadt.

Ein „Muss“ ist gerade für uns Deutsche die Besichtigung des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Allein hier wurden während des Zweiten Weltkrieges weit über eine Million Menschen umgebracht. Zwischen dem Arbeitslager Auschwitz und dem Vernichtungslager Birkenau liegen rund drei Kilometer. Der Besuch ist emotional unheimlich belastend und man sollte keine Kinder unter 13 Jahren mitnehmen. Im dortigen Museum werden aus Zahlen Bilder im Kopf. Berge von Haaren, Schuhen und Koffern und Bilder der ermordeten Menschen prägen sich tief in die Seele ein. Ich halte die Besichtigung für sehr wichtig, weil man nur so das ganze Nazi-Grauen begreifen kann!

Mein persönliches Fazit: Krakau ist eine wunderschöne Stadt und sie wird zu Recht als „polnisches Rom“ bezeichnet. Die Altstadt blieb wie durch ein Wunder im Zweiten Weltkrieg unversehrt und wurde bereits 1978 zum Weltkulturerbe gewählt. Das Stadtbild wird einerseits geprägt von vielen Bauwerken aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock, andererseits ist Krakau mit über 50.000 Studenten eine junge Stadt, in der „die Post abgeht“. Viele schöne Cafés sind gut besuchte Treffpunkte von Jugendlichen. Besucht Krakau, so schnell es geht!!

Melanie Hamann, Annedore-Leber-Berufsbildungswerk, Neukölln