Expansion

Lieferdienstportal Delivery Hero sammelt 30 Millionen Dollar ein

Das Berliner Lieferdienstportal Delivery Hero (in Deutschland: Lieferheld) hat 30 Millionen Dollar von Wagnisfinanzierern erhalten.

Das Unternehmen hat damit insgesamt mehr als 100 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. Delivery Hero will die Kapitalspritze in den Ausbau seiner weltweiten Geschäfte und die Weiterentwicklung seiner Technologie investieren. Das Unternehmen ist in mittlerweile 14 Ländern aktiv, darunter neben Deutschland auch Großbritannien, China und Indien.

Angeführt wird die neue Finanzierungsrunde überraschend von der russischen Investmentgesellschaft Phenomen Ventures, die sich erst im Mai an Delivery Heros Berliner Rivalen Foodpanda beteiligt hatte. Foodpanda gehört zu Oliver Samwers Internet-Inkubator Rocket Internet und ist in mittlerweile fast 30 Ländern aktiv. Anders als Delivery Hero ist Foodpanda allerdings nicht in Deutschland aktiv, sondern konzentriert sich auf Schwellenländer. In Deutschland rangeln bereits vier große Anbieter – Pizza.de, Lieferheld, Lieferando (ebenfalls aus Berlin ) und Lieferservice – um Marktanteile.

Mit der Kapitalspritze setzt sich das Wettrüsten der weltweiten Lieferdienstportale fort. Weil sich das Geschäftsmodell nicht wesentlich unterscheidet, müssen die Anbieter in Spitzentechnologie und Restaurant-Akquise investieren, um schnellstmöglich eine Vielzahl von Kunden gewinnen und damit Vorteile gegenüber den Rivalen erringen zu können.

Die Lieferdienstportale setzen darauf, dass immer mehr Menschen Essen über das Internet statt per Telefon bestellen. Die Portale listen Restaurants und Lieferdienste in der Umgebung auf, bei denen die Kunden dann online bestellen können. Für die Vermittlung erhalten sie von den Restaurantbetreibern eine Provision. Das Geschäft gilt als lukrativ.

Über die Portale von Delivery Hero wurde im vergangenen Jahr ein Umsatz von mehr als 400 Millionen Dollar generiert. Das Unternehmen schreibt in Deutschland operativ schwarze Zahlen. Ursprünglich war geplant, dass die gesamte Gruppe bis Jahresende den Breakeven erreicht. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 600 Mitarbeiter, die Mehrzahl davon in der Berliner Zentrale in der Mohrenstraße.

Für Phenomen ist die Beteiligung an Delivery Hero eine der größten Investitionen. „Ich bin erstaunt über die Entwicklung in den letzten zwei Jahren und freue mich, ein Teil von dieser Erfolgsgeschichte zu werden“, sagte Phenomen-Mitgründer Dmitry Falkovich. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben auch am Designportal Fab.com, dessen Europazentrale sich in Berlin befindet, beteiligt.