Es sei für Deutschland eine "große Ehre, dass der Heilige Vater unser Parlament besucht und vor den Volksvertretern eine Rede halten möchte". Er fügte hinzu: "Wenn Fidel Castro nach Deutschland käme, würden die Linken geschlossen zu ihm hin pilgern." In der "schäbigen" Haltung der Partei zum Papstbesuch in der nächsten Woche zeige sich "die alte SED, die den Christen in der DDR das Leben schwer gemacht hat und das Christentum am liebsten ganz abgeschafft hätte". Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles zeigte in der Koblenzer "Rhein-Zeitung" wenig Verständnis für den Boykott. Der Papst sei "im wahrsten Sinne ein Global Player", sagte sie mit Blick auf die Verdienste von Johannes Paul II., dem Vorgänger von Benedikt XVI., für das Zusammenwachsen von Ost und West.

Der Papst besucht vom Donnerstag nächster Woche an für vier Tage seine deutsche Heimat. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hatte Benedikt mit Zustimmung aller Fraktionen zur Rede im Parlament eingeladen. Der Papst wird am Donnerstagnachmittag als Staatsoberhaupt des Vatikans zu den Abgeordneten sprechen. Die Linksfraktion hat angekündigt, dass die Hälfte ihrer 76 Abgeordneten der Rede fernbleiben wird. Auch bei SPD und Grünen wollen einige Parlamentarier die Rede boykottieren. Vollzählig erscheinen wird wohl nur die Unionsfraktion. "Bei uns gibt es niemanden, der sich abgemeldet hat oder fernbleiben will", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Peter Altmaier (CDU). Zudem wurde bekannt, dass die Begegnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Papst unter vier Augen stattfinden wird.

dapd/dpa/KNA