Gewalt

Elfenbeinküste: 50 Tote bei Zusammenstößen

Bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Elfenbeinküste sind nach UN-Angaben mehr als 50 Menschen getötet worden. Zudem seien "in den vergangenen drei Tagen" mehr als 200 Menschen verletzt worden, sagte am Sonntag in Genf die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay.

In der Elfenbeinküste ist die Lage seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl Ende November äußerst gespannt. So hatte der bisherige Präsident Laurent Gbagbo gefordert, dass sich die Truppen der Vereinten Nationen (UN) aus dem Land zurückziehen sollten. Die UN haben einen Abzug ihrer Friedenssoldaten jedoch unverzüglich abgelehnt.

Auf die Forderung Gbagbos entgegnete UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Sonnabend in New York, die UN-Soldaten würden ihr Mandat erfüllen. Jede Behinderung und Einschränkung von UN-Operationen sei unannehmbar. Die UN haben rund 10 000 Blauhelmsoldaten in dem Land. Die frühere Kolonialmacht Frankreich hat etwa 900 Soldaten in der Elfenbeinküste stationiert. Der UN-Sicherheitsrat wollte am Montag erneut über die Lage in dem Land und die Verlängerung des UN-Mandats, das am 31. Dezember ausläuft, beraten, hieß es in der Mitteilung der Vereinten Nationen weiter.

Aus der Präsidentenwahl war der Oppositionskandidat Alassane Ouattara als Sieger hervorgegangen, Gbagbo erkannte das Resultat nicht an und ließ sich für eine weitere Amtszeit vereidigen. Ouattara lebt gegenwärtig unter dem Schutz der UN-Soldaten in einem Hotel in Abidjan, wie der britische Sender BBC am Sonntag berichtete. Ouattara klagte unterdessen über die haftähnlichen Bedingungen, unter denen er sich derzeit aufhalten müsse. "Er hat sich in das ,Hotel du Golfe' zurückgezogen, das von UN-Truppen bewacht wird", sagte der französische Ex-Premierminister Laurent Fabius nach einem Telefonat mit Ouattara dem Sender Europe 1 am Sonntag. Gbagbo versuche, Outtara die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten abzuschneiden, berichtete Fabius weiter.