In der Politsprache der DDR hieß es das “Schild und Schwert der Partei“: das Ministerium für Staatssicherheit, kurz MfS.
Berlin - In der Politsprache der DDR hieß es das "Schild und Schwert der Partei": das Ministerium für Staatssicherheit, kurz MfS. Es war das wichtigste Instrument der SED-Führung, um die DDR-Diktatur abzusichern. Die Bezeichnung "Ministerium" war irreführend, denn faktisch unterstand es nicht dem Vorsitzenden des Ministerrats, sondern ab 1960 dem Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsrats, der zugleich Generalsekretär der SED war. Faktisch wurde das MfS also nur von der Parteispitze kontrolliert. Als ein Untersuchungsorgan für "politische Straftaten" hatte das MfS alle Befugnisse polizeilicher Ermittlungsbehörden, es war also befugt, ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren einzuleiten und die Ermittlungen auch selbst durchzuführen, etwa Festnahmen, Durchsuchungen, Beschlagnahmungen und Vernehmungen. Seit seiner Gründung am 8. Februar 1950 beschäftigte das MfS 250 000 Personen, die hauptamtlich tätig waren, zudem waren bis 1989 mindestens 600 000 Inoffizielle Mitarbeiter (IMs) beim MfS registriert. Neben der Bespitzelung durch IMs unterhielt die Stasi einen gigantischen technischen Überwachungsapparat, der sowohl das Abhören von Telefongesprächen als auch das massenhafte Öffnen und Wiederverschließen von Briefen ermöglichte.
Kurz nach der Wende, am 4. Dezember 1989, wurde die Bezirksstelle des MfS in Erfurt von Bürgern besetzt, nachdem bekannt geworden war, dass die Stasi-Akten vernichtet werden sollten.
dd