Hamburg - In einem weitgehend langweiligen TV-Duell der Hamburger Spitzenkandidaten Ole von Beust (CDU) und Michael Naumann (SPD) kam beim Zuschauer erst beim Schluss-Statement ein wenig Spannung auf. Naumann hatte da einen "Blackout". Er verhaspelte sich, die Stimme zitterte, er schaute zur Seite und nach oben, als ob er jemanden suchte, der ihn aus der misslichen Lage befreien könnte: "Ich hatte zu viel auf dem Herzen und zu wenig Zeit", entschuldigte der 66-Jährige später den Hänger. Beust zeigte sich fair: "Das kann passieren, man ist ja keine Maschine, sondern ein Mensch." Ein langjähriger Beobachter der Hamburger Polit-Szene sagte nach dem Duell: "Bis zum Ende waren beide gleichauf, durch Naumanns Patzer hat von Beust gewonnen." Vor Beginn der Sendung legte Beust seinen linken Arm um Naumanns Schulter, beide tuschelten, lachten und der Handschlag wirkte, als ob gerade der Vertrag einer großen Koalition besiegelt worden sei. "Gibt es auch was zu trinken", fragte Naumann.

BM