Sittensen - Der spektakuläre siebenfache Mord in einem China-Restaurant in Sittensen ist nach Einschätzung des Direktors des niedersächsischen Landeskriminalamts, Uwe Kolmey, "weitgehend aufgeklärt". Das berichtete das Magazin "Der Spiegel". Gegen vier bereits verhaftete Männer vietnamesischer Herkunft lägen erdrückende Indizien vor. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes bestätigte den Bericht auf Anfrage am Samstag.
Vor wenigen Tagen entdeckte die Polizei die mutmaßliche Tatwaffe - eine Pistole mit Schalldämpfer - in einer Grünanlage in Bremen-Huchting. Außerdem haben die Ermittler in der Wohnung eines der vier inhaftierten Männer einen Kabelbinder sichergestellt. Die Mörder hatten ihre Opfer mit Binder aus derselben Produktion gefesselt.
Am 5. Februar waren das Restaurant-Betreiberehepaar und fünf Angestellte von Unbekannten in der niedersächsischen Stadt erschossen worden.
Einige der vier Männer und drei Frauen im Alter zwischen 28 und 57 Jahren wurden gefesselt und mit Kopfschüssen getötet. Die Mörder verschonten lediglich die zweijährige Tochter der Inhaber. Die Brutalität des Verbrechens hatte den Verdacht zuerst auf die chinesische Mafia gelenkt, insbesondere auf die Zigaretten-Mafia. Die Ermittlungen aber offenbarten schließlich ein wesentlich banaleres Motiv: Die vier verhafteten Männer, zwei Brüderpaare, haben das Restaurant vermutlich überfallen, um an Bargeld zu kommen. dpa/AP

