Hannover - Mehr als 21 Jahre nach dem Mord an einer Prostituierten in Hannover hat die Polizei den Täter mithilfe eines genetischen Fingerabdrucks gefasst. Der 46 Jahre alte im Harz lebende Bauarbeiter hatte im vergangenen Jahr wegen eines Diebstahls im Raum Stuttgart eine Speichelprobe abgeben müssen. Diese war routinemäßig mit dem Material der DNA-Datenbank der Polizei abgeglichen worden. Dort waren nach dem Mord Fingernägel der Toten mit Hautschuppen vom Kopf des Täters aufgehoben worden.
Der Mann habe den Mord an der 24 Jahre alten Prostituierten in der Nacht zu Heiligabend 1985 inzwischen gestanden, erklärte die Polizei. Er hatte die Frau in einem Bordell erwürgt und konnte trotz präziser Zeugenbeschreibungen von der Polizei nicht ermittelt werden. Wie der in Langelsheim lebende Mann erklärte, habe er in den Achtzigerjahren mehrfach Prostituierte im Rotlichtviertel von Hannover besucht. Bei einem dieser Besuche sei es mit dem späteren Opfer zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen, als er das bereits gezahlte Geld zurückforderte.
Die Angehörigen der ermordeten Frau wurden inzwischen informiert, teilte die Polizei mit. Die 67 Jahre alte Mutter habe erklärt: "Wir als Familie haben nicht mehr daran geglaubt, dass nach so vielen Jahren noch eine Chance auf Aufklärung des Verbrechens bestehen könnte. Wir hoffen, dass die Tat jetzt noch gesühnt werden kann, auch wenn wir dadurch unsere Tochter nicht wiederbekommen werden." dpa

