Madrid - Als Torero José Tomás sich 2001 weigerte, während des Stierkampf-Festivals Fiesta San Isidro von Madrid, einem Stier den Todesstoß zu versetzen, war es ein Skandal. "Der Stier war zu lahm", sagte Tomás. Das Ende seiner Karriere wurde prophezeit. Doch das Gegenteil war der Fall: Tomás wurde der umjubeltste Torero Spaniens. Am Pranger stehen hingegen die Stierzüchter. Immer mehr Tiere sollen ein abnormes Verhalten zeigen. Manche gebärdeten sich unnatürlich wild, andere wiederum kauerten lethargisch auf den Weiden. Sie knickten in der Arena immer wieder seltsam ein und zeigten unerwartete Reaktionen. Den Züchtern wird vorgehalten, die Toros regelrecht zu dopen, mit Anabolika, Cortison und Beruhigungsmitteln.

Nun wollen die Veranstalter der Fiesta San Isidro die Tiere untersuchen. Bei Auffälligkeiten kann eine Analyse angefordert werden. Anhand von Rückständen in der Leber seien Doping-Mittel nachweisbar. Die Züchter haben alle Vorwürfe zurückgewiesen. Auch frühere Proben hatten stets negative Ergebnisse. Damit hat die Ankündigung der Kontrollen wohl vor allem abschreckende Wirkung: Auf Doping von Stieren stehen Geldstrafen von gleicher Höhe wie Sanktionen für tötungsunwillige Toreros: Bis 60 000 Euro.

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