Geesthacht - Familientragödie in Geesthacht: Eine Mutter hat ihre beiden anderthalb und sechs Jahre alten Kinder erstochen. Wie ein Polizeisprecher gestern berichtete, geschah die Bluttat am Mittwochabend in einem Mehrfamilienhaus. Die Frau versuchte auch, sich mit mindestens fünf Messerstichen in die Brust selbst umzubringen. Ärzte retteten sie in einer Notoperation.

Zum Motiv für die Tat konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Die 32 Jahre alte Frau war am Wochenende nach einem Streit mit ihrem Mann zusammen mit den Kindern aus dem Zuhause im Kreis Ostholstein ausgezogen und hatte in der Wohnung ihrer Mutter in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) eine Bleibe gefunden. Während der Tatzeit waren die Mutter und ihr Ehemann nicht zu Hause. Dort passierte dann das Unglück.

Nachbarn hatten Hilferufe der Frau gehört, in die Erdgeschosswohnung geguckt und dabei die grausame Entdeckung gemacht. Sie riefen sofort die Polizei, als sie die in einer Blutlache liegenden Kinder entdeckt hatten. Die Frau saß mit ihren lebensgefährlichen Verletzungen neben den Kindern auf einem Stuhl. Die drei Notärzte konnten dem Mädchen und ihrem älteren Bruder nicht mehr helfen, beide Kinder waren mit mehreren Messerstichen durch ein 20 Zentimeter langes Tranchiermesser getötet worden. Die Tatwaffe wurde von der Polizei sichergestellt.

Eine Notoperation, an der auch ein Herzspezialist aus Niedersachsen beteiligt war, hielt die Mutter am Leben. Sie hatte trotz des hohen Blutverlustes die Ärzte noch am Tatort angefleht, sie sterben zu lassen. Sie liege in einem Geesthachter Krankenhaus im künstlichen Koma, hieß es. Lebensgefahr besteht nach Auskunft der Ärzte nicht mehr.

Die Nachbarn in der Neubausiedlung am Stadtrand reagierten entsetzt, als sich die Nachricht von der Tragödie in dem Mehrfamilienhaus verbreitete. Auch die Rettungskräfte und die Polizisten waren durch den grausamen Anblick am Tatort geschockt. "Es muss eine wahre Kurzschlussreaktion gewesen sein, die die Frau zu dieser fürchterlichen Tat geführt hat", sagte Peter Diedrich, der Sprecher der Lübecker Mordkommission. Der Ehemann der 32-Jährigen wurde am Nachmittag als Zeuge vernommen. Nach der Spurensicherung konnten die Ermittler jedoch eine Tatbeteiligung weiterer Menschen ausschließen. Ehe die Frau vernehmungsfähig sein wird, könne es aber noch Tage dauern, erklärte die Polizei. dpa/AP