Grenzüberschreitend und schrankenlos, ja auf jeden Fall ungewöhnlich verspricht es zu werden: Behinderte und nichtbehinderte Künstler präsentieren sich vom 18. bis 28. Oktober beim internationalen Theaterfestival "No Limits". Etwa 250 Teilnehmer aus acht Ländern gestalten das zehntägige Performance- und Theaterprogramm, das Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Kunstworkshops ergänzen. Veranstaltungsorte sind das Stadtbad Oderberger Straße sowie die Kulturbrauerei mit Kesselhaus, No Limits Lounge und die Bühne des Theater RambaZamba an der Schönhauser Allee 36-39 (Prenzlauer Berg, Eingang Knaackstraße 97).
Mit zwei Aufführungen ist die Theatergruppe RambaZamba beim Festival vertreten. "Ein wilder Haufen starker Individualisten", so beschreibt Klaus Erforth die 18 Mitglieder. Vor 16 Jahren rief der Schauspieler und Regisseur des RambaZamba mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin Gisela Höhne den Verein Sonnenuhr e.V. ins Leben. Neben RambaZamba gehören eine weitere Theatergruppe, der Zirkus "Sonnenstich", sowie eine Malerei-, Keramik-, Fotografie- und Stoffgestaltungsarbeitsgruppe zum Verein. Der fungiert als Kunstwerkstatt für Menschen mit unterschiedlichen geistigen Behinderungen.
Von Anfang an dabei: Erforths und Höhnes Sohn Moritz. Der heute 30-Jährige mit Down Syndrom gab seinen Eltern den Anstoß zu dem Projekt. Erforth: "Wir fördern damit die enorme Kreativität sogenannter Behinderter. Sie ist da, muss nur zum Blühen kommen!" Sein Credo laute: Jeder kann was. Egal ob beim Schauspiel, in der Malerei oder mit der Musik - die Kunst vermittle Selbstständigkeit und Selbstwertgefühl, breche Bewegungsunfähigkeit und Sprachlosigkeit auf.
Für Erforth, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wurde, ist die integrative Arbeit mit RambaZamba und der Erfolg von Sonnenuhr wichtiger Teil seiner fünf Theaterjahrzehnte. Anerkennung kommt auch vom eigenen Ensemble, das ihn für eine Auszeichnung vorschlug, die ihm Bürgermeister Klaus Wowereit am Montag überreicht: Er erhält das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das ihm der Bundespräsident Horst Köhler verlieh. Gefeiert wird im Rahmen des Festivals am 20. und 21. Oktober mit einer Ausstellung, Musik, Theater, Filmen und Diskussion. Das vollständige Festival-Programm gibt es unter www.no-limits-festival.de.
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