Schon die Volksmedizin wusste: Bittere Nahrungsmittel dämpfen den Appetit, außerdem regen sie die Ausschüttung von Verdauungssäften an und beschleunigen die Passage der Nahrung durch den Darm. All das wirkt günstig auf unser Körpergewicht. In den vergangenen Jahrzehnten wurde jedoch, wie Prof. Karl Herrmann vom Institut für Lebensmittelchemie in Hannover warnt, der Bitterstoffgehalt in unserem Gemüse durch Züchtung "stark vermindert oder sogar ganz unterdrückt". Der Grund: Bittere Geschmacksnuancen sind "out", die Kunden bevorzugen Süßes und Salziges. Bleibt die Frage, wie dem Entbitterungstrend unserer Zeit begegnet werden kann. Eine gewisse Tradition haben die Aperitifs. Doch die meisten enthalten recht viel Alkohol. Unproblematischer sind da schon grüner und schwarzer Tee, sowie Gewürze wie Eberraute, Beifuß, Kerbel, Majoran, Oregano, Salbei und Pomeranze. Eine weitere Alternative besteht im Einsatz so genannter Urbitter-Granulate aus der Apotheke. Man muss sie jedoch vor den Mahlzeiten einnehmen und darf nicht ihren Geschmack verfälschen. Denn nur wenn sie bitter schmecken, können Bitterstoffe ihre Wirkung entfalten. jz
jz

