Theater

„Es macht Spaß, die Böse zu sein“

Die Schauspielerin Birge Schade feiert mit dem Stück „Gefährliche Liebschaften“ Premiere im Theater am Kurfürstendamm

Es geht um Macht, Leidenschaft und Intrigen am französischen Hofe. Am gestrigen Sonntagabend feierte das bekannte Stück „Gefährliche Liebschaften“ im Theater am Kurfürstendamm Premiere. In den Hauptrollen: Oliver Stritzel als Verführer Vicomte de Valmont und Birge Schade als intrigante Marquise de Merteuil. „Es ist ein zeitloser Stoff und eine sehr spannende Rolle“, erklärt Birge Schade, der es gefällt, sich auf der Bühne richtig auszutoben. „Es macht Spaß, die Böse zu sein“, sagt sie. „Wobei die Marquise nicht aus purer Freude gemein ist. Ihre Boshaftigkeit kommt aus einem tiefen Schmerz, einer Verletzung. Zudem muss sie darum kämpfen, ihre Macht zu behalten. Deshalb spinnt sie ihre Fäden. Das macht sie sehr intelligent“, sagt die Schauspielerin.

Das Theaterstück basiert auf dem Briefroman von Choderlos de Laclos. „Die Regisseurin Amina Gusner hat mit ihrer Inszenierung im Theater am Kurfürstendamm etwas ganz Neues geschaffen“, sagt sie. Auf der Bühne trägt Schade eine enge, sehr figurbetonte Corsage. „Das war anfangs zunächst ungewohnt. So eine Corsage macht etwas mit einem. Das Atmen und das Spielen verändern sich. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Wirklich bequem kann die Mode damals allerdings nicht gewesen sein“, sagt sie und lacht. Die 48-jährige Darstellerin, die mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Stadtteil Prenzlauer Berg lebt, genießt es, momentan in Berlin arbeiten zu können. Die Diskussion um einen möglichen Abriss der Komödie am Kurfürstendamm verfolgt sie mit Sorge. „Das Theater ist so ein wunderbarer Ort und eine Institution im Westteil Berlins. Ich fände es sehr schade, wenn ein solches Traditionshaus zerstört wird. Gerade die vielen verschiedenen Theater sind ein Pfund, mit dem unsere Stadt wuchern kann.“