Ein Beruf, den sie besser beherrscht als ihre Eltern. Und einer, der es ihr ermöglicht zu erfahren, "wie andere Menschen leben. Es ist spannend zu sehen, dass letzten Endes Glück im eigenen Kopf stattfindet".

Ihren ersten großen Auftritt hatte Cox bereits während ihrer Schauspielausbildung am renommierten Max Reinhardt Seminar in Wien, als sie mit Größen wie Ulrich Mühe und dessen Frau Susanne Lothar (2007, "Verwehte") vor der Kamera stand. Und auch danach blieben die Engagements nicht aus: Im ZDF-Fernsehdrama "Dutschke" (2009) spielte sie Gretchen Dutschke, im "Polizeiruf 110: Zapfenstreich" eine Soldatin. Mit der Zeit drehte sie oft in Deutschland, in den vergangenen zwei Jahren "bestimmt einmal im Monat. Und irgendwann ist es einfach schön, ein eigenes Zuhause zu haben und nicht immer bei Freunden auf der Couch zu schlafen". Mit Berlin geliebäugelt hatte sie schon einmal. Während der vergangenen Berlinale im Februar hatte die Jungschauspielerin vorübergehend ein Zimmer in der Hauptstadt. Nun will sie länger bleiben, wenn auch nicht hauptsächlich. Die zierliche Darstellerin pendelt zwischen der neu bezogenen Wohngemeinschaft in Mitte und Wien, wo sie sich mit ihrem Freund eine Zweizimmerwohnung teilt. Auch er, den sie seit sechs Jahren liebt, ist bereits unter die Berlin-Wien-Pendler gegangen. Ein junges Paar, gemeinsame Wohnung und beruflich mobil: Das klingt bodenständig, anders als die Umgebung, in der Emily Cox' aktuelle Filmfigur aufgewachsen ist. Im Familiendrama "Die Vaterlosen" verkörpert sie das Kind eines Hippie-Patriarchen, der nach seinem Tod vier Kinder mit den Scherben seines gescheiterten Lebensentwurfs hinterlässt.

Für Emily Cox hält auch in der Realität kein Lebenskonzept für immer. Sollte sie heiraten, würde sie "niemals jemandem versprechen, dass ich für immer und ewig mit ihm zusammen sein kann". Sie selbst wuchs als Einzelkind auf, ihre Eltern trennten sich, als sie drei Jahre alt war. "Vielleicht hatte ich gerade dadurch sehr viel Zuwendung. Und ich glaube, dass es gar nicht gut gewesen wäre, wenn sie zusammengeblieben wären." Das Wichtigste sei doch, "dass die Liebe nicht wegbricht".

inu