Abschied von Yoram Ben-Zeev

"In Deutschland war ich am glücklichsten"

Bei strahlendem Sonnenschein strömten am Montagabend Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft in die israelische Botschaft. Der Anlass war für viele ein trauriger: Nach dreieinhalb Jahren verlassen Botschafter Yoram Ben-Zeev und seine Frau Iris Berlin.

"Ich bin unglücklich darüber, sowohl professionell als auch persönlich gesehen", sagte US-Botschafter Philip D. Murphy . Charlotte Knobloch , ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, hielt eine bewegende und humorvolle Abschiedsrede. "Für Yoram Ben-Zeev war die deutsche Sprache nicht das Schwierigste, was er zu bestehen hatte", sagte sie in Anspielung darauf, dass Ben-Zeev, als er im Dezember 2007 nach Berlin kam, kein Deutsch sprach. Knobloch lobte vor allen Dingen seine Verdienste "in der Entwicklung einer besonderen Freundschaft und Partnerschaft zwischen Deutschland und Israel." Nach Knobloch sprach Ben-Zeev. "Es freut mich, dass so viele Freunde und Kollegen, mit denen ich in den letzten Jahren gearbeitet habe, sich noch einmal versammeln", sagte er. Und besonders erfreue ihn, dass Politiker aller Parteien gekommen seien. "Genau das wollte ich erreichen, als ich nach Deutschland kam", so Ben-Zeev. Unter den Gästen waren Guido Westerwelle (FDP), Sänger Max Raabe , Cem Özdemir (Grüne), Joschka Fischer (Grüne), Gregor Gysi (Die Linke), Wolfgang Thierse (SPD). Und sie alle lobten die gute Arbeit des achten israelischen Botschafters. "Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass ich hier sein durfte", sagte Ben-Zeev. Er habe schon einige Stationen hinter sich gebracht, "aber in Deutschland war ich am glücklichsten." Auf die Frage, was er jetzt in Israel tun werde, sagte er: "Oh, ich werde Golf und Bridge spielen, Schwimmen gehen und mich um meine Enkel kümmern." "Shalom!", riefen ihm seine Gäste zu.