Katja Riemann

"Ich bin momentan verliebt"

Katja Riemann gibt sich zugeknöpft. Auch wenn das Thema "Die Relativitätstheorie der Liebe" heißt und das Gespräch in einem kleinen Hotelzimmer stattfindet, bleibt die Schauspielerin gewohnt distanziert.

In der Vergangenheit ließ die 47-Jährige gern ihren Anwalt sprechen, wenn Details über ihre Beziehung zu Bildhauer Raphael Alexander Beil in der Öffentlichkeit auftauchten. Und auch jetzt wird schnell klar: Private Einblicke abseits des neuen Kinofilms will sie nicht gewähren. "Ich bin eine ganz schlechte Anekdotenerzählerin", wiegelt sie ab.

Nur auf der Leinwand, da zeigt sie sich, und das so wandlungsfähig wie niemals zuvor. Fünf Rollen in 90 Minuten. In der Komödie "Die Relativitätstheorie der Liebe" präsentiert sie à la Anke Engelke an der Seite von Olli Dittrich die Irrungen und Wirrungen der Gefühle am Beispiel von fünf Berliner Paaren. Welche der fünf Frauen ihr am meisten am Herzen liegt, kann und will sie nicht sagen: "Wenn ich jetzt fünf Kinder hätte, würde auch keiner fragen: Welches Kind haben sie am liebsten? Ich habe diese fünf Rollen gespielt für einen Film, und die alle zusammen ergeben die Hauptrolle dieses Films. Da kann man nicht einfach eine weglassen oder eine stiefmütterlicher behandeln."

Nur zu einer kleinen Liebeserklärung kann sich die Schauspielerin hinreißen, an Kollege Olli Dittrich: "Bis zum Drehstart kannten wir uns nur aus der Ferne, haben uns aber von Anfang an sehr gemocht. Ich bin ja ein großer Dittsche-Fan." Und das schon seit Jahren. An die ewige Liebe glaubt Katja Riemann allerdings nicht: "Also ich persönlich bin nicht so ein Fan von diesem Ewigkeitsgedanken. Da kriege ich ein bisschen Beklemmungen - bei diesem Gefühl des 'Bis dass der Tod euch scheidet'." Das Leben verlaufe schließlich in stetigem Wandel. "Da kann es doch sein, dass man mit Anfang 20 das Gefühl hat, seine große Liebe gefunden zu haben. Und dann entdeckt man plötzlich, dass einen dieses interessiert oder dass man jenes aufregend findet. Es kann doch passieren, dass man sich mit unterschiedlichen Dingen beschäftigt, sich auseinanderentwickelt. Was ist schlecht daran?", fragt die Mutter einer 17-jährigen Tochter (Paula).

Die Liebe. Ist sie nun Schicksal, Zufall oder Arbeit? Der Film findet keine eindeutige Antwort. Und auch Katja Riemann bleibt relativ: "Ich weiß es nicht. Wenn ich wüsste, was Liebe ist und was die Welt im Innersten zusammenhält, dann hätte ich doch schon einen Nobelpreis." Dann beendet sie das Thema lächelnd. "Ich bin momentan verliebt. Aber mehr möchte ich dazu nicht sagen."

Auch wenn auf der Leinwand bei den Protagonistinnen Gabriela, Alexa und Co. allerhand los ist, sollten Kinogänger in Berlin ruhig mal links und rechts in die Kinosessel gucken. Da sitzt dann nämlich vielleicht Katja Riemann und feiert ihre ganz persönliche Premiere. Bislang war sie noch nie in einer normalen Vorstellung ihrer Filme, das sei ihr immer peinlich gewesen. Aber zumindest in dieser Beziehung will sie sich öffnen: "Ich glaube, ich sollte das mal tun."