Österreichischer Schauspieler

Wolfgang Menardi liebt Berliner Charme

Der Schauspieler Wolfgang Menardi (33) mag es urban. Seit zehn Jahren lebt der Österreicher in Prenzlauer Berg.

"Ich kam durch Theaterengagements in die Stadt. Es ist nicht so, dass Berlin auf einen wartet. Ich glaube, man braucht ein klares Vorhaben, wenn man hier Fuß fassen will." Menardi hat sich bestens eingewöhnt, nicht nur in Berlin im Allgemeinen, sondern auch in seiner Hausgemeinschaft im Speziellen. "Es wohnen dort noch viele Alteingesessene aus der Zeit von vor dem Mauerfall. Man hilft einander. Wir pflegen dort sogar gemeinsam den Garten."

Der raue Charme Berlins wirke überhaupt nicht verkommen auf den Österreicher, auch wenn Menardi zuvor auch in München lebte, wo er die Schauspielschule absolvierte. "Das saubere, aufgeräumte Süddeutschland ist mir unheimlicher. U-Bahn fahre ich lieber in Berlin. Die Menschen darin wirken echter. In München traue ich dem sauberen Glanz nicht so sehr."

Vielleicht kam er bei den Dreharbeiten zu seinem letzten Filmprojekt deshalb so gut zurecht. Der Film "Bergblut" (Kinostart: 27. Januar) verarbeitet einen bekannten historischen Stoff neu: den von Gastwirt Andreas Hofer angeführten Volksaufstand gegen Napoleon im 19. Jahrhundert, bei dem die Tiroler die französischen Soldaten zweimal zurückdrängten.

Gedreht wurde im Passeiertal in Südtirol. "Auf dem Bergbauernhof hat sich seit 1800 praktisch nichts verändert", sagt Menardi, der die Erfahrung auf dem Hof ohne Strom sehr bereichernd fand. "Es war dort, als würde man zum Himalaja fahren."