Ja, wie hat ihm der Rummel gefehlt! Es war recht ruhig geworden in den letzten Jahren um den Schlagerstar, der 1990 mit "Verdammt, ich lieb' dich" einen Megahit landete und zehn Jahre später damit Schlagzeilen machte, dass er mit 14 Millionen Euro in den Miesen war. Aber jetzt ist alles wieder gut. Das Konkursgericht bestätigte im Juni: Reim ist schuldenfrei. "Das war wie eine Wiedergeburt", sagt der Sänger. Ein neues seiner sieben Leben habe begonnen. Und genau die besingt der 52-Jährige in seinem Album "Sieben Leben", das kommenden Freitag in den Handel kommt.
"In den letzten Jahren ging gar nichts mehr", erzählt er. "Ich konnte keine Songs mehr schreiben. Das war wie Satelliten-TV bei Gewitter: Der Empfang war gestört. Vor lauter Gewitterwolken in meinem Leben kamen die Eingebungen für gute Lieder nicht bei mir an." Die Schulden haben seine Kreativität blockiert. Schulden, für die er selbst, wie er sagt, nichts konnte. "Ich habe nie auf großem Fuß gelebt oder mein Geld verprasst. Ich kannte das Musikgeschäft damals schon gut genug, um zu wissen, wie schnell der Erfolg nach "Verdammt, ich lieb' dich" auch wieder vorbei hätte sein können. Deshalb habe ich zu jemandem, dem ich vertraut habe, gesagt: Bitte leg das Geld für mich an. Ich habe mir lediglich 5000 Mark oder später 3500 Euro im Monat zum Leben genommen." Der vermeintliche Freund investierte in großem Stil direkt nach der Wende in ostdeutsche Immobilien - Häuser, die ihren Preis nicht wert waren, wie sich später herausstellte. So kam es, dass Reim im Jahr 2000 seinen ersten Besuch vom Gerichtsvollzieher bekam - es sollten viele weitere folgen. Kurz darauf erfuhr alle Welt, dass der Schlagerstar bankrott war.
Zehn Jahre arbeitete Reim hart, gab jedes Wochenende zwei Konzerte und machte sich in einem Werbespot für den Autoverleih "Sixt" über sich selbst lustig, indem er seinen Megahit in "Verdammt, ich hab nix" umdichtete und über seine Pleite sang. Die gesamten Einnahmen aus dieser Zeit gingen an den Insolvenzverwalter. Schließlich hat sein Bruder, ein erfolgreicher Banker, Matthias Reim Geld geliehen. Musste er seinen Stolz überwinden, um diese Hilfe anzunehmen? "Ich musste mich entscheiden, entweder stolz unterzugehen oder zu fragen: Könntest du mir bitte helfen?"
Neulich hat Ex-Frau Michelle angefragt, ob er einen Song für sie schreiben könne. Das werde er tun - da seine Kreativität wieder da ist.

