Kosmos-Chef Ponesky träumt von einem Auftritt von Mick Jagger

"Alles ist möglich": das Leitmotiv von Olaf Ponesky (44), dem neuen Betreiber des ehemaligen Filmtheaters Kosmos an der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain.

Foto: Manja Elsässer / Augen-Blick / Manja Elsässer

"Alles ist möglich": das Leitmotiv von Olaf Ponesky (44), dem neuen Betreiber des ehemaligen Filmtheaters Kosmos an der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain. Knapp ein Jahr nach Schließung des traditionsreichen Kinos eröffnet das Kosmos mit neuem Konzept: Vom 25. Februar an ist Berlin um eine kulturelle Begegnungsstätte und eine Partylocation reicher. Gefeiert wird die Eröffnung mit einem großen Fest. Angesagt haben sich etliche Darsteller der Sat.1-Serie "Verliebt in Berlin", voraussichtlich kommen auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Sänger Rainhard Fendrich .

Olaf Ponesky ist ein unkomplizierter Typ, einer, der die Ärmel hochkrempelt und seine Ideen verwirklicht. "Beruf kommt für mich von Berufung. Mein Job muß Spaß machen, man muß aber auch bereit sein, eine Menge einzustecken", sinniert er im Kosmos-Büro, einem zweckmäßigen Raum ohne viel Schnickschnack. Der Sohn von Hans-Georg Ponesky , der einst im DDR-Fernsehen "Mit dem

Herzen dabei" moderierte und später im Kosmos durch zahlreiche Veranstaltungen führte, ergänzt: "Mein Vater hat mich vor Freude geknutscht, als er hörte, daß ich das Kosmos übernehme."

Poneskys Partner ist Mirko Kahle (45), beide sind in der Kosmos AG gleichberechtigt. Fünf Millionen Euro wurden in das Projekt investiert; zwei bis drei Millionen kommen aus dem Vermögen der beiden Geschäftsführer, die vorher in Wildau, vor den Toren Berlins, das Entertainment-Zentrum "New World" im A-10-Center erfolgreich betrieben haben.

Privat hält sich der Vater von Ramon-Raoul (5) aus seiner jetzigen, zweiten Ehe mit Sandra (beendete gerade ihr Wirtschaftsstudium) und Philipp (14) aus der ersten Ehe, mit Sport fit. Dabei wird Fußball ganz groß geschrieben. Jeden Montag trainiert Ponesky, der im Wirtschaftsrat des 1. FC Union sitzt, mit Freunden in einer Halle (als Stürmer). Schon als Junge stand er im Tor und war nahe daran, das Fußballspielen zu seinem Beruf zu machen. "Aber dann folgten die ersten Flirts und Freundinnen, mit 17 hab' ich mich gegen den Sport entschieden, war schließlich Baufacharbeiter."

Durch seinen neun Jahre älteren Bruder Gerald , der die Gruppe "Wir" managte und erfolgreich Events mit Musikern veranstaltete, kam Olaf Ponesky als 20jähriger auf das Thema Musik - es sollte ihn nicht mehr loslassen.

In drei Jahren Lehrzeit wurde er DJ und 1987 zum besten DJ gewählt. Er erinnert sich: "Es gab ja in der DDR nicht gerade meine Wunschplatten, also lag ich stundenlang am Radio auf der Lauer, nahm beim Rias die tollsten Sachen auf Kassette auf." Seine am meisten gespielten Top-Stars: "Die Rolling Stones und Tina Tur ner ." Seine ganz persönlichen Lieblinge - damals wie heute: " Marius Müller - Westernhagen und Herbert Grönemeyer ." Sein größter Wunsch fürs neue Domizil Kosmos: "Ein Live-Auftritt von Mick Jagger , das wäre der Hammer!"

Hat der Selfmademan, der nach der Maueröffnung Clubleiter und Geschäftsführer mehrerer Clubs und Diskotheken war (Parkland, Corney Island, Tollhaus) und eigenständige Konzerte durchführte ("Cool and the Gang", "Earth Wind and Fire", " Marisha Turner ") auch kleine Schwächen? "Klar, manchmal bin ich zu diszipliniert, könnte mich ruhig öfter mal mehr gehen lassen." Und in Sachen Mode "bin ich wie eine Frau". Ponesky hat "ein eigenes Zimmer voller Klamotten, vom Anzug bis zum Nike-Sneaker und Prada-Schuh". Wann hat er die besten Ideen? "Beim Autofahren kann ich wunderbar nachdenken", so Ponesky, der "schnell, aber kontrolliert" fährt und "seit zehn Jahren nicht mal die kleinste Beule am Wagen hat".

Barbara Jänichen